Nach einer Kollision mit Johann Zarco bekommt Joan Mir in Sepang eine Strafe – doch der Suzuki-Pilot ist überzeugt, dass das die falsche Entscheidung war.

Nach dem MotoGP-Rennen in Sepang übte Joan Mir Kritik an den Renn-Kommissaren, weil sie ihm seiner Meinung nach eine „unfaire“ Strafe aufgebrummt hatten. Johann Zarco und Mir fuhren direkt hinter Jack Miller auf den Positionen neun und zehn, als es in der 17. Runde in Kurve 14 eine Kollision gab. Zarco fuhr auf die Innenseite, um Miller zu überholen. Gleichzeitig probierte auch Mir innen ein Überholmanöver.

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Zwischen Mir und Zarco kam es zu einer Berührung. Zarco stürzte und war ausgeschieden. Mir musste für diesen Vorfall durch die Long-Lap-Penalty fahren. Der Suzuki-Werksfahrer kam schließlich als Zehnter ins Ziel. Laut Mir lagen die Offiziellen falsch, denn nach dem Rennen kam Zarco in seine Box, um sich zu entschuldigen.

„Ich war auf der Innenseite und dann hat Zarco probiert, Miller zu überholen. Er hat nicht gesehen, dass ich von innen gekommen bin“, schildert Mir die Situation aus seiner Sicht. „Wir haben uns beide berührt und er ist leider gestürzt. Schade für ihn, aber es war nicht meine Schuld. Das war etwas, wie es im Rennen eben passieren kann.“

Strafe, weil Mir ein Rookie ist?

„Aus meiner Sicht war die Long-Lap-Penalty unfair. Aber was soll ich sagen? Ich bin ein Rookie und somit ist es einfach zu sagen: ‚Ah, Zarco ist gestürzt, also geben wir ihm die Long-Lap‘. Aber so war es nicht. Aber egal, ich habe zwei Positionen verloren. Ich habe in diesem Rennen um die Plätze acht oder sieben gekämpft, obwohl ich viele Probleme hatte.“

„Ich glaube, Davide [Brivio] hat mit den Renn-Kommissaren gesprochen. Zarco ist in meine Box gekommen und hat sich entschuldigt. Das zeigt, dass es nicht mein Fehler war. Ich habe mich auch entschuldigt, weil ich die Berührung nicht verhindern konnte. So sah er es auch. Wir beide haben die Situation verstanden, aber die Rennleitung nicht.“

Gegen eine Long-Lap-Penalty kann ein Team keinen Einspruch einlegen. Mir hielt sich auch an die Anweisung und trat die Strafe an. Für Zarco war das Rennen vorbei. In seinem zweiten Grand Prix mit LCR-Honda war der Franzose auf Kurs zu einem Top-10-Ergebnis. Bevor es zu diesem Zwischenfall kam, hatte er sich rundenlang ein enges Duell mit Miller geliefert.

Zarco macht Fortschritte und war auf Top-10-Kurs

„Drei Runden vor Renn-Ende wollte ich Jack in Kurve 14 überholen“, schildert Zarco die Situation aus seiner Sicht. „Ich war innen, aber auch Joan versuchte zu überholen. Er war etwas am Limit und ich glaube, er hat nicht erwartet, dass ich auch nach innen stechen würde. Es kam dann beim Lenker zur Berührung, er hat mich ziemlich hart getroffen. Ich konnte nichts machen.“

Bis zu diesem Zwischenfall war es für Zarco eine starke Vorstellung gewesen. „In Australien musste ich auf einer schwierigen Strecke lernen. Auf dieser kurzen Strecke hatte ich 26 Sekunden Rückstand, also eine Sekunde pro Runde. Das war viel. Wenn ich hier ins Ziel gekommen wäre, hätte ich 15 Sekunden Rückstand gehabt.“ Das zeigt, welchen Schritt Zarco gemacht hat.

Trotzdem muss er die Honda erst noch im Detail kennenlernen. „Es muss auf dem Motorrad noch alles automatischer ablaufen. Ich denke noch nach, was ich tun muss. Wenn diese Dinge natürlicher ablaufen, werde ich den nächsten Schritt machen, weil ich mich dann auf andere Dinge konzentrieren kann oder präziser bin“, glaubt der Franzose.

Ein Rennen hat er noch, um sein Talent auf der Honda zu zeigen. Seine Ziele für Valencia? „Der gleiche Job. Ich muss daran arbeiten, dass ich es direkt ins Q2 schaffe, denn das ist auf diesem Level sehr wichtig. Wenn man am Freitag gut beginnt, kann man die Pace für Sonntag vorbereiten. Wenn ich dieses Rennen wiederholen kann und es in die Top 7 schaffe, dann wäre es sehr gut.“ In Malaysia war Zarco auch deutlich vor seinem Ex-Team KTM.