Maverick Vinales zählte in der zweiten Saisonhälfte 2019 zu den konstantesten Fahrern – Crew-Chief Esteban Garcia weiß, was ihm zum ganz großen Wurf noch fehlt.

In den letzten acht Grands Prix der MotoGP-Saison 2019 war Maverick Vinales neben Weltmeister Marc Marquez der Fahrer mit der höchsten Punkte-Ausbeute. 109 Zähler konnte der Yamaha-Pilot sammeln. Zum Vergleich: Sein Markenkollege Fabio Quartararo kam auf 100, Ducati-Fahrer Andrea Dovizioso auf 97.

Zwei Mal konnte sich Vinales im direkten Zweikampf mit Marquez messen. Nachdem dieser auf Phillip Island in einem Sturz endete, betrieb der Spanier beim darauffolgenden Rennen in Malaysia Wiedergutmachung und stürmte zum Sieg. Es war sein zweiter Triumph in dieser Saison und das siebte Mal auf dem Podest.

Dank seiner starken zweiten Saisonhälfte sicherte sich Vinales am Ende Platz drei in der Weltmeisterschaft. Und behauptete sich damit nicht nur gegen Suzuki-Konkurrent Alex Rins, sondern auch seine Yamaha-Kollegen Quartararo und Valentino Rossi. Sie beendeten das Jahr auf den Plätzen fünf beziehungsweise sieben.

Garcia: Nicht nur der Pilot macht den Unterschied

Vinales‘ Crew-Chief Esteban Garcia, der 2019 Ramon Forcada ablöste, traut seinem Schützling in der kommenden Saison einiges zu. „Ich denke, was das Fahrerische angeht, ist Maverick bereit, um den Titel zu kämpfen“, sagt er im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. Und scheut nicht den Vergleich mit Marquez.

„Ich höre immer nur Marquez, Marquez, Marquez. Er ist ein großartiger Pilot und macht es sehr gut. Aber hinter ihm steht ein großartiges Team, eine Gruppe, die seit vielen Jahren bei ihm ist, die gute Arbeit leistet. Nicht nur das menschliche und technische Team, das er an seiner Seite hat, sondern auch die Fabrik“, weiß Garcia.

Hier macht der Crew-Chief den Unterschied aus: „Sie geben Marquez alles, was er will, und bauen das Motorrad für ihn. Natürlich kommen da die Ergebnisse. Und das ist es, wonach wir im nächsten Jahr suchen müssen.“ Garcia nimmt also vor allem Yamaha in die Pflicht, um die Lücke zur Konkurrenz zu schließen.

Vinales erlangt verlorenes Vertrauen zurück

Vinales habe bereits erfolgreich an sich und seinen Schwächen gearbeitet. „Wir konnten die Starts verbessern, sowohl technisch, weil es dem Motorrad an etwas fehlte, als auch bei ihm selbst. Er bat um bestimmte Dinge, wir haben sie ihm gegeben. Und er hat die Starts, die ersten Runden und den Zweikampf erheblich verbessert.“

„Er arbeitete hart und gewann das Vertrauen zurück, das er verloren hatte“, erklärt Gracia weiter. Das spiegelt sich auch in Vinales‘ Konstanz während der zweiten Saisonhälfte wider. Bei jüngsten Testfahrten setzte er seine steigende Formkurve mit zwei Bestzeiten fort. Nun bleibt abzuwarten, ob das Momentum 2020 anhält.