Erstmals schließt KTM-Edeltester Dani Pedrosa einen Wildcard-Einsatz nicht mehr kategorisch aus – sollte es für das Projekt notwendig sein, könnte das ein Thema werden.

Seit Dani Pedrosa seine aktive MotoGP-Karriere Ende 2018 beendet hat, schloss er Wildcard-Starts in seiner Rolle als KTM-Testfahrer bislang immer aus. Auch als Ersatz für verletzte Piloten wollte der dreimalige Vize-Weltmeister nicht einspringen. Nun aber äußerte sich Pedrosa etwas offener, was einen Wildcard-Start bei einem Rennen betrifft.

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„Ich weiß es nicht. Prinzipiell würde ich aktuell Nein sagen. Aber wenn es zu einem Zeitpunkt für die Entwicklung des Motorrads vorteilhaft wäre, dann werden wir darüber sprechen“, erklärte Pedrosa jüngst in einem Interview. Bei einem Grand-Prix-Einsatz würden Entwicklung und Tests im Vordergrund stehen, und nicht der Fokus auf einem bestimmten Resultat liegen.

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Auch Pedrosa aktuell zum Warten verdammt

Momentan kann auch Pedrosa nur abwarten, wann das KTM-Werk in Österreich wieder geöffnet und die Arbeit fortgesetzt werden kann. „Ich hatte Tests in Jerez und Mugello geplant“, sagt der 34-Jährige. Beide Termine wurden klarerweise abgesagt. Weitere Planungen sind ungewiss. „Momentan arbeitet niemand in der Fabrik. Das Motorrad muss aber weiterentwickelt werden. Das Holeshot-System ist noch nicht fertig.“

Wildcard-Einsätze würden für Pedrosa ohnehin frühestens 2021 zur Debatte stehen. Er glaubt, dass das ein Vorteil für das Gesamtprojekt sein könnte. „Ich habe Stefan Bradl bei einem Grand Prix auf der Honda gesehen. Er hat Teile oder Reifen getestet. Es ist wichtig, dass man gute Zeiten fährt.“ Denn dann gibt es Rückschlüsse für die Techniker.

Und die Erkenntnisse an einem Grand-Prix-Wochenende sind anders. Und sie können wertvoller sein, als wenn Pedrosa den ganzen Tag alleine auf einer Strecke unterwegs ist. „Wenn der Test gut läuft, dann sagt man, dass sich das Motorrad generell so und so verhält. Beim Grand Prix ist das anders. Wenn man nicht mit den anderen fährt, dann ist es nicht gleich.“

Situation mit Jorge Lorenzo „nicht vergleichbar“

Es wäre natürlich verlockend, wenn eines Tages Pedrosa und Yamaha-Testfahrer Jorge Lorenzo nicht nur bei Testfahrten gemeinsam auf der Strecke wären. Sondern eben auch an einem Renn-Wochenende. Pedrosa findet aber, dass seine Situation mit der von Lorenzo „nicht vergleichbar“ ist. „Ich kenne seine Motive nicht. Also ob er Dinge ausprobieren soll, oder es eine persönliche Sache ist und er Rennen fahren will. Vielleicht ist es beides.“

„Aber es ist ein klarer Unterschied, ob man mit einem Motorrad fährt, das schon gut funktioniert. Und man sich nur auf die Strecke einstellen muss“, hat Pedrosa einen Seitenhieb für Lorenzo parat. Denn die Yamaha ist schon konkurrenzfähig. Pedrosa spielt dagegen bei KTM eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung. Er will mithelfen, die österreichische Marke an die Spitze zu bringen.

„Für die Meisterschaft und die Fans wäre es gut, wenn Jorge wieder Rennen fahren würde“, sagt Pedrosa dennoch. Und wie wäre es mit einem neuen Duell gegen seinen einstigen Gegner? „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Wir müssen an der KTM arbeiten. Wir testen individuelle Teile und die Zeit für ein Rennen ist noch nicht gekommen. Wenn ein Motorrad für nächstes Jahr kommt, dann wäre es gut, das Bike auch in Situationen zu testen, die es nur in einem Grand Prix gibt.“