Dass ihn Ducati in die WSBK abschieben könnte, davon hat Danilo Petrucci laut eigener Aussage noch nichts gehört – sein Ziel lautet, in der MotoGP in den Top 5 zu sein.

Ducati hat sich noch nicht auf die MotoGP-Fahrer für 2021 festgelegt. Sportdirektor Paolo Ciabatti hat aber bereits angekündigt, dass man keinen Fahrer von außen holen wird. Man will mit Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci, Jack Miller, Francesco Bagnaia und Johann Zarco weitermachen. Offen ist, ob es interne Teamwechsel geben wird.

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Ob zum Beispiel Petrucci seinen Platz im Werksteam an Miller verliert. Zuletzt gab es auch Spekulationen, dass Petrucci in das Superbike-Team von Ducati wechseln könnte. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht“, sagt der Italiener im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Dieses Angebot habe ich auch noch nicht bekommen.“

„Aber ich denke, ich kann in der MotoGP gewinnen. Damit meine ich nicht die Weltmeisterschaft. Aber ich habe gezeigt, dass ich gewinnen kann und möchte es wieder schaffen. Es ist klar, dass ich in der MotoGP weitermachen will. Mit einem konkurrenzfähigen Motorrad, mit dem ich um Spitzenplätze kämpfen kann.“

Petrucci will Ducati auf der Strecke überzeugen

„Wenn das nicht mehr möglich ist, dann muss ich mich umsehen. Vielleicht mache ich dann mit Ducati weiter, aber in der Superbike-WM. Ich habe ehrlich gesagt noch nicht darüber nachgedacht. Sagen wir so, ich konzentriere mich auf Plan A und versuche ihn umzusetzen. Erst danach werde ich über Plan B nachdenken.“

Im Prinzip muss Danilo Petrucci darauf warten, bis Ducati auf ihn zukommt. Zunächst wird das italienische Team die Personalie Dovizioso klären. Ducati hat bereits anklingen lassen, dass es durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu Gehaltskürzungen kommen wird. Das erklärte Ziel ist es aber, mit Dovizioso weiterzumachen.

Somit kann Danilo Petrucci derzeit nur warten und trainieren. „Ich weiß nicht ob es viel Sinn macht, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Denn man kann derzeit die Fahrer nicht auf der Strecke bewerten“, meint der Mugello-Sieger des Vorjahres. „Es ist klar, dass das nicht zum Geist der MotoGP passt, weil schon einige Fahrer Verträge unterschrieben haben.“

„Es scheint, dass die Werksteams die Zukunft geregelt haben wollen. Aber ich würde es bevorzugen, wenn wir zunächst die Rennen abwarten, bevor man über die Zukunft spricht“, sagt Danilo Petrucci. Yamaha, Suzuki und Honda haben bereits Fahrer für das nächste Jahr bestätigt. Von den Top-Teams ist eben nur Ducati offen.

Fehler aus dem Vorjahr in Zukunft vermeiden

Danilo Petrucci glaubt aber, dass er gute Karten hat, noch eine weitere Saison in rot fahren zu können. „Im Vorjahr bin ich meine beste MotoGP-Saison gefahren. Ich habe meine Ziele erreicht und mein erstes Rennen gewonnen. Dann habe ich mir höhere Ziele gesetzt und sie nicht erreicht.“ Denn nach seinem Triumph wollte „Petrux“ WM-Dritter werden.

Aber in der zweiten Saisonhälfte blieben Top-Ergebnisse aus. „Vielleicht habe ich mich zu sehr ablenken lassen und mir hat die Lockerheit der ersten Saisonhälfte gefehlt. Es ist klar, dass ich es in diesem Jahr besser machen will. Ich will in den Top 5 sein und gegen die Besten kämpfen. Im Vorjahr hätte ich es in der WM fast in die Top 5 geschafft, aber die Plätze drei bis sechs trennten nur wenige Punkte.“

Danilo Petrucci wurde WM-Sechster, was bis dato sein bestes Endergebnis war. 35 Zähler fehlten ihm schlussendlich auf Maverick Vinales, der WM-Dritter wurde. Eng wird es auch in diesem Jahr zugehen, wenn die verkürzte Saison im Sommer beginnen wird. Bei den Wintertests im Februar war Ducati im Spitzenfeld dabei, doch komplett überzeugen konnte das Team nicht.

Der neue Hinterreifen von Michelin sorgte für Kopfzerbrechen. „Bei den Tests haben wir nur die Hälfte der Arbeit erledigen können, weil wir daran gearbeitet haben, das Motorrad besser auf den Hinterreifen abzustimmen. In Katar lief es dann schon besser“, so Petrucci. „Es ist klar, dass ich mit unserem Motorrad konkurrenzfähig sein will. Ich hoffe, dass alles an mir und meinen Ergebnissen hängt, wenn wir endlich wieder Rennen fahren können.“