Danilo Petrucci lässt persönlich wissen, dass sein MotoGP-Vertrag mit Ducati nicht verlängert wird. Er würde sich aber ungern aus der Königsklasse verabschieden.

Dass der Stuhl von Danilo Petrucci im Ducati-Werksteam in der MotoGP-Klasse der Motorrad-WM wackelt, war nicht erst mit der Bekanntgabe von Jack Miller als neuem Ducati-Werkspiloten für 2021 klar. Schon vorher musste sich Petrucci, der im Sommer 2019 in eine Formkrise fiel, ernsthaft Gedanken um seinen Verbleib im Team über 2020 hinaus machen. Nun ist die Situation klarer, aber nicht so, wie sich Petrucci das gewünscht hätte.

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Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti äußerte kürzlich, dass man zumindest von Seiten des Herstellers für 2021 mit Miller/Dovizioso plant, wenngleich der Vertrag von Andrea Dovizioso derzeit ebenfalls Ende 2020 ausläuft. Sollte man sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen, könnte sogar Andrea Iannone ins Ducati-Werksteam zurückkehren. Dies hängt von zwei Faktoren ab: Erstens, wie sich Dovizioso entscheidet und zweitens, ob die derzeit bis 16. Juni 2021 geltende Dopingsperre für Iannone aufrechterhalten wird.

Während der Ducati-Kontrakt mit „Dovi“ in der Königsklasse der Motorrad-WM verlängert werden könnte, wird jener mit Petrucci nicht verlängert. „Ducati hat sich entschieden, unsere Zusammenarbeit nicht fortzusetzen“, bestätigte Danilo Petrucci am Montagabend gegenüber dem italienischen TV-Sender ‚TGR Umbria‘.

Danilo Petrucci will im MotoGP-Feld bleiben

„Das tut mir leid, aber mein Ziel ist es, weiterhin MotoGP-Rennen zu fahren. Es ist gerade mal ein Jahr her, dass ich gewonnen habe. Ich würde gerne weiter gewinnen“, so Petrucci. Damit spricht er auf seinen emotionalen Heimsieg beim Grand Prix von Italien 2019 in Mugello an, als er sich im Fotofinish gegen Marc Marquez (Honda) durchsetzte.

Es ist der bislang einzige Sieg in Petruccis MotoGP-Karriere, die seit 2012 läuft, in der er aber erst mit seinem Wechsel ins Ducati-Werksteam zur Saison 2019 Werksmaterial erhalten hat. Vorher war der Italiener für Ioda und Pramac am Start gewesen.

Eine Rückkehr ins Ducati-Satellitenteam Pramac zur Saison 2021 ist unwahrscheinlich. Zwar wird dort aufgrund des Aufstiegs von Miller ins Werksteam ein Platz frei. Als Favoriten auf diesen Platz gelten aber die aktuellen Moto2-Piloten Jorge Martin und Enea Bastianini.

Chance bei Aprilia oder Wechsel in die Superbike-WM?

Danilo Petruccis größte – und möglicherweise einzige – Chance auf einen Verbleib in der MotoGP-Klasse dürfte Aprilia sein. Dort stellt man sich auch unabhängig der gerade laufenden Sperre darauf ein, dass die Zusammenarbeit mit Iannone zu Ende geht.

Für den Fall, dass Petrucci für 2021 kein Bike mehr im MotoGP-Feld findet, könnte er in der Superbike-WM unterkommen. Ducati-Sportdirektor Ciabatti zumindest deutete vor wenigen Tagen an, dass ein solcher Wechsel sogar Ducati-intern denkbar sei.

„Als Person und als Fahrer schätzen wir Danilo“, sagte Ciabatti und schloss nicht aus, dass Petrucci in Ducatis Superbike-Team 2021 neuer Teamkollege von Scott Redding wird. Der Italiener und der Brite waren bereits in den MotoGP-Saisons 2016 und 2017 Teamkollegen bei Pramac-Ducati gewesen.

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