KTM-Werkspilot Pol Espargaro kann Takaaki Nakagami nach dessen Sturz gerade so ausweichen – zu Platz vier in der Meisterschaft fehlen ihm nur noch fünf Punkte.

Beim Valencia-Grand-Prix knüpfte Pol Espargaro an seine starke Form an und bescherte KTM ein weiteres Top-Resultat. Schon zum fünften Mal in dieser Saison raste der Spanier zu einem Podestplatz.

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Dank der weiteren 16 Punkte hat er nun sogar die Chance, die Saison 2020 als WM-Vierter zu beenden. Aktuell liegt Espargaro in der Fahrer-Wertung auf Position sieben. Zu Yamaha-Star Maverick Vinales auf Position vier fehlen aber nur fünf Punkte.

Doch sein dritter Platz in Valencia 2 hing am seidenen Faden. Denn der KTM-Teamleader hatte großes Glück, dass Honda-Pilot Takaaki Nakagami ihn nicht abräumte. Der Japaner hatte beim Versuch, Espargaro zu überholen, die Kontrolle über sein Bike verloren und stürzte.

So tickt Pol Espargaro: Der KTM-Pilot hautnah

Espargaro kann „Taka“ gerade noch ausweichen

„Das war knapp, sehr knapp“, lacht Espargaro rückblickend über diese Schrecksekunde. „In den Runden zuvor habe ich an dieser Stelle viel riskiert und Zeit gutgemacht. Diese Passage war eine meiner Stärken. Ich hatte zwar allzu nicht viele, aber diese Kurve war eine davon. Im Rennen konnte ich dort immer ziemlich spät bremsen.“

„Als mich Taka innen überholte, dachte ich mir noch: ‚O.k., zeig mir, was Du drauf hast‘. Er wollte innen seine Linie halten, damit ich ihn nicht am Kurvenausgang wieder überholen kann. Dann stürzte er, und ich hatte echt Glück“, schildert der KTM-Pilot.

„Er versuchte, mich zu überholen, weil er das Rennen gewinnen wollte. Und ich glaube, er hatte hier die Chance dazu. Denn er war schnell und hätte es mit Sicherheit aufs Podium geschafft“, glaubt Espargaro. „Aber, puh, das war echt knapp.“

Podium in Valencia 2 für Pol eine Überraschung

„In der Runde, in der Nakagami gestürzt ist, und in der darauffolgenden habe ich 1,5 Sekunden verloren. Nur weil ich immer noch von der Rolle und so erschrocken war. Aber letztlich hat es fürs Podium gereicht, ich bin super happy“, freute sich der Spanier.

„Wir haben das nicht erwartet“, gesteht Espargaro. „Selbst Platz vier, als Nakagami noch vor uns lag, wäre ein großartiges Ergebnis gewesen. Wir hatten auf ein Top-5-Resultat an diesem Wochenende gehofft. Und am Ende stehen wir wieder auf dem Podium.“

„Es ist unser fünfter Podestplatz in dieser Saison, dazu konnten wir ja zwei Pole-Positions feiern. Es ist unglaublich, wie sich all die Anstrengungen jetzt in diesen letzten Rennen auszahlen. Ich bin einfach stolz auf dieses Projekt, seine Leute und die Arbeit, die sie leisten“, erklärt der zukünftige Honda-Pilot. „Nach vier Jahren harter Arbeit jetzt solche Erfolge zu feiern, freut mich vor allem für das Team. Sie verdienen es wirklich.“

Greift der KTM-Pilot jetzt nach WM-Platz vier?

Kommendes Wochenende steht nun noch das MotoGP-Saisonfinale in Portimao auf dem Programm. Und Espargaro könnte dort in der WM-Wertung an Maverick Vinales (127 Punkte) , Fabio Quartararo (125 Punkte) und Andrea Dovizioso (125 Punkte) vorbeiziehen. Mit 122 Zählern liegt „Polyccio“ in Schlagdistanz.

„In Portimao ist unser Vorteil, dass es Miguels (Oliveira, Anm. d. Red.) Heimrennen ist. Er wird vom FP1 weg stark sein, weil er dort schon viele Runden gefahren ist“, sagt Espargaro voraus. „Er kennt die Strecke und jede Bodenwelle, auch wenn der Kurs neu asphaltiert wurde.“

„Wir können uns an seinen Daten orientieren. Ich werde mir genau ansehen, was er macht. Das wird uns helfen, eine gute Platzierung einzufahren und unsere Position in der Meisterschaft zu festigen“, sagt Espargaro mit Blick auf den WM-Stand.

KTM-Abschied rückt für Espargaro näher

Der Grand Prix in Portimao wird Espargaros letztes Rennen als KTM-Pilot. Im Winter wechselt er zu Honda und übernimmt Alex Marquez‘ Platz im Repsol-Team. Macht sich Espargaro mit Blick auf die Konkurrenzfähigkeit der Honda Sorgen?

„Wir konnten sehen, wie schnell Taka am Ende des Rennens war. Das Motorrad funktioniert gut“, kommentiert er. „Ich weiß aber nicht, welches Bike er fährt und welches beim Werksteam im Einsatz ist. Ich habe keine Ahnung, was sie derzeit tun. Aber das finde ich kommendes Jahr in der Vorsaison heraus. Ich werde mein Bestes geben.“

Doch KTM wird 2021 ein harter Gegner, glaubt Espargaro: „Ich bin mir sicher, dass Brad (Binder, Anm. d. Red.) nächstes Jahr zu den schnellsten Fahrern zählen wird. Er wird mit diesem Motorrad schwer zu schlagen sein, das Bike wird kommendes Jahr wohl noch besser sein. Ich hoffe auf tolle Fights zwischen mir und KTM und würde sehr gerne mit ihnen um Siege kämpfen.“

In der Saison 2021 gibt es mit Joan Mir einen neuen Titelverteidiger. „Er hat in diesem Jahr einen großartigen Job gemacht. Das komplette Suzuki-Team hat es verdient, denn sie haben in den letzten Jahren sehr hart gearbeitet“, gönnt Espargaro seinem Landsmann den Titel. „Joans Fahrstil passt perfekt zum Motorrad. Er ist ein lustiger und fleißiger Kerl. Es freut mich sehr für ihn und das ganze Team!“