Im Schatten der WM-Entscheidungen lieferten sich Jack Miller und Vize-Weltmeister Franco Morbidelli zum zweiten Mal in Folge einen sehenswerten Fight.

Nur 0,105 Sekunden trennten Jack Miller und Franco Morbidelli beim MotoGP-Saisonfinale in Portimao. Bereits beim vergangenen Rennen in Valencia wurden die beiden Streithähne nur durch eine Zehntelsekunde voneinander getrennt. In Portimao hatte aber Miller die besseren Karten und wurde Zweiter vor Morbidelli. Um den Sieg konnten beide nicht kämpfen, denn Miguel Oliveira fuhr dem Feld bereits nach dem Start davon .

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„Es fühlte sich wie ein Deja-vu an“, bemerkt Miller, der erneut rundenlang das Heck von Morbidellis Petronas-Yamaha vor sich sah: „Ich glaube, ich fuhr 60 Runden am Stück hinter ihm, wenn man vergangenes Wochenende dazuzählt.“

„Dieses Wochenende konnte ich vor ihm über den Zielstrich fahren“, freut sich Miller, der in der letzten Runde vorbeizog. „Ich wollte ihn schon eher attackieren. Ich hatte das Gefühl, am Ende des Rennens ein bisschen schneller zu sein als er. Ich teilte mir den Hinterreifen ziemlich gut ein, vor allem auf der linken Reifenflanke.“

„Jedes Mal, wenn ich nah genug dran war, berührte ich beinahe sein Heck und musste ein weite Linie wählen. Dadurch verpasste ich die Kurvenscheitel“, erklärt Miller. „Vier Runden vor Rennende sagte ich mir, dass ich es mir für die letzte Runde aufhebe und dann sehe, was ich ausrichten kann. Wir hatten heute wieder Rückenwind. Deshalb war der Vorteil auf der Geraden nicht so groß.“

Morbidelli stellt Platz zwei in der WM sicher

Morbidelli konnte auf Millers Angriff nicht kontern. Die Reifen waren in der Schlussphase nicht mehr gut genug für eine Attacke. Doch das große Ziel konnte Morbidelli auch mit Platz drei sicherstellen. Der Yamaha-Pilot wurde souverän WM-Zweiter. Rivale Alex Rins kam nur als 15. ins Ziel.

„Ich freue mich mehr über den zweiten Platz in der Meisterschaft als über die verlorene Position in der letzten Runde“, bemerkt Morbidelli. „Jack fuhr sehr gut, vor allem am Rennende. Er fuhr clever, indem er mich überholte und danach verhinderte, dass ich kontern kann.“

Keine Chance gegen Oliveira

„Miguel war unschlagbar“, stellt Morbidelli fest. „Ich versuchte, zu Beginn dran zu bleiben. Doch mir wurde sofort klar, dass er schneller ist. Ich wartete ab, ob ihm etwas passiert, doch schlussendlich passierte mir etwas. Ich zerstörte den Reifen.“

„Ich gratuliere ihm. Er leistete sehr gute Arbeit bei seinem Heimrennen. Es ist immer toll, Zuhause zu gewinnen und dann noch auf so einer wunderschönen Rennstrecke“, freut sich Morbidelli über den Sieg von Lokalmatador Oliveira.

Und auch Miller staut über Oliveiras Performance: „Miguel fuhr ein unglaubliches Tempo und ein unglaubliches Rennen. Ich erwartete, dass er in der zweiten Rennhälfte zurückfällt. Franky und ich fuhren nicht gerade langsam. Wir pushten und fuhren das gesamte Rennen über niedrige 1:40er- und einige 1:39er-Runden. Trotzdem zog er uns davon. Ich ziehe meinen Hut. Er fuhr ein sehr starkes Rennen.“

Rennen MotoGP: Grande Prémio de Portugal