Alex Rins und Joan Mir über den ersten Testtag in Jerez, die Reifenwahl, Temperaturen und die Starthilfe.

Das Suzuki-Duo Alex Rins und Joan Mir hat den MotoGP-Testtag in Jerez am Mittwoch zufrieden beendet. Die Nachmittagssession schlossen sie mit etwas mehr als einer halben Sekunde Rückstand auf den Plätzen vier und fünf ab. Im Gesamtklassement rutschte Mir zwar auf Rang neun ab , war aber trotzdem glücklich.

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„Der Test ist gut verlaufen“, resümiert der 22-Jährige, der insgesamt 45 Runden abspulte. „Ich habe mich von Beginn an wohl gefühlt mit dem Motorrad. Ein MotoGP-Bike zu fahren, ist sehr speziell. Das kann man mit nichts anderem vergleichen oder trainieren.“

Während des Lockdowns hatte Mir unter anderem mit einer Suzuki GSX-R trainiert, war damit aber nicht auf Grand-Prix-Strecken unterwegs. Aus gutem Grund, wie er sagt: „Für mich ist es nicht wirklich interessant, damit auf Grand-Prix-Strecken zu trainieren. Man hat darauf einen anderen Fahrstil und wenn man häufig so trainiert, ist das vielleicht nicht so gut für die MotoGP.“

Vorteil des neuen Hinterreifens in Jerez nicht so groß

Arbeit sieht der Spanier noch in puncto Reifen: „Am Nachmittag probierten wir verschiedene Reifen aus. Mit dem Medium-Reifen fühlte ich mich allerdings noch nicht so gut, daran müssen wir arbeiten. Am Ende haben wir den Soft aufgezogen und es lief wieder besser.“

Apropos Reifen: In dieser Saison fährt die MotoGP ja mit einer neuen Hinterreifen-Konstruktion von Michelin, die beim letzten Vorsaisontest in Katar vor allem den Bikes mit Reihenmotor zu liegen schien. Rins verrät: „Der neue Hinterreifen hat wie schon in Katar auch hier gut funktioniert. Aber der Vorteil war in Katar größer als hier, weil die Temperaturen hier sehr hoch sind. Das macht sich natürlich bemerkbar.“

Holeshot Device jetzt auch bei Suzuki im Einsatz

Wie Mir ging er am Mittwoch mit der weichen und der mittelharten Mischung sowohl vorne als auch hinten auf die Strecke. „Das Feedback war recht gut“, hält Rins fest. Er hat sich beim Test mit seiner Crew vor allem auf die Arbeit am Set-up konzentriert.

Im Vergleich zu den Vorsaisontests wurde am Bike nicht viel verändert. „Das einzig wirklich neue Update, das wir haben, ist die Starthilfe (Holeshot Device)“, gibt der Suzuki-Pilot preis. „Ich habe damit Probestarts versucht, aber es hat noch nicht richtig funktioniert. Ich werde es am Freitag also wieder probieren.“

Mit Blick auf das Rennen erwartet Rins eine größere Gruppe. „Es wird wichtig sein, sich gut zu qualifizieren, um am Start möglichst weit vorn zu stehen“, sagt er und nennt als direkte Konkurrenten um den Sieg oder das Podium Maverick Vinales (Yamaha), Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) und Marc Marquez (Honda).

Extreme Temperaturen „vergleichbar mit Malaysia“

Als Herausforderung dürfte sich im Laufe des Wochenende auch die Hitze erweisen. Am Mittwoch erreichten die Temperaturen in der Nachmittagssession 37 Grad (Luft) und 52 Grad (Asphalt). „Es war superheiß, vergleichbar mit Malaysia“, urteilt Rins. „Es wird im Rennen sicher anstrengend werden.“

Das glaubt auch Teamkollege Mir. „Die Hitze hier ist unglaublich“, bestätigt er. „Aber am Testtag bin ich recht gut damit zurechtgekommen. Mal schauen, wie es über eine Renndistanz von 25 Runden ist. Es sind wirklich extreme Bedingungen. Die Luftfeuchtigkeit ist etwas geringer als zum Beispiel in Sepang oder Thailand. Aber die Temperaturen sind womöglich sogar höher.“

Was das Ganze noch schlimmer mache, sei die Maske. Sie ist in den Boxen und im Paddock zum Schutz vor dem Coronavirus Pflicht, bringt jedoch auch so einige Nachteile mit sich. „Bei dem Lärm in der Box ist es schwierig zu kommunizieren“, weiß Mir. „Man versteht sich schlechter.“