Yamaha bringt neue Teile nach Jerez, die vor allem Toprak Razgatlioglu helfen sollen – die finale Version des 2021er-Bikes steht dem Team nach dem Jahreswechsel zur Verfügung.

Im Gegensatz zu Kawasaki hat Yamaha für die WSBK-Saison 2021 kein neues Homologations-Modell parat. Die Yamaha-Teams in der Superbike-WM müssen also weiterhin mit der 2020er-Version arbeiten, können das Bike im Rahmen des Reglements aber weiterentwickeln. Beim Jerez-Test kamen jetzt neue Teile zum Einsatz, die besonders Toprak Razgatlioglu helfen sollen.

Advertisement

„Wir können froh sein, dass viele der Entwicklungs-Teile von Yamaha positive Ergebnisse geliefert haben“, kommentiert Teammanager Paul Denning. „Die Serien-Version der R1 hat 2020 ein Update bekommen. Für 2021 bleibt das Motorrad dagegen mehr oder weniger gleich.“

„Beim Saisonfinale haben wir zwei Rennen gewonnen, wir sind also ziemlich konkurrenzfähig. Aber es geht immer um die kleinen Details. Wir wollten das Kurvenverhalten im Scheitel verbessern und mehr Haftung erzeugen. Toprak ist auf der Bremse ziemlich extrem. Deshalb wollten wir mehr Brems-Performance für ihn herausholen“, nennt er die Modifikationen der Test-Maschine.

Professor Nebel: Das Visier

Razgatlioglu muss noch auf finales 2021er-Bike warten

Toprak Razgatlioglu zeigte sich sehr zufrieden mit der Entwicklung. „Die neue R1 ist sehr stark. Wir haben nur ein paar Teile probiert. Ich denke, das neue Motorrad ist besser“, urteilt der Türke. Und stellt klar: „Wir hatten noch nicht das finale Bike für 2021 zur Verfügung.“

„Ich bin am Mittwoch wieder das dritte Motorrad mit den neuen Teilen gefahren. Damit ist mir eine sehr gute Rundenzeit gelungen – eine 1:38,8 mit dem SCX-Reifen. Danach haben wir dann den Qualifying-Reifen benutzt. Damit habe ich aber keine schnelle Zeit hinbekommen“, erklärt er seinen Rückstand in der Wertung.

„Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden, weil wir mit dem Test-Maschine ein gutes Gefühl aufbauen konnten“, schildert Razgatlioglu, der immer wieder Vergleichs-Tests anstellte. „Ich bin dann zum alten Bike zurückgekehrt, musste damit härter pushen. Mit der Test-Maschine fühlt es sich einfacher an.“

Deutlich mehr Energie als beim Saisonfinale

Razgatlioglu war in Jerez einer der fleißigsten Fahrer. „Ich bin 90 Runden gefahren, am Tag zuvor waren es 84 Runden. Das ist mein persönlicher Rekord“, scherzt der Yamaha-Pilot, der zwischen dem Saisonfinale in Estoril und dem jetzigen Test Kraft tanken konnte.

Entsprechend motiviert ging Razgatlioglu zu Werke. „Die WSBK-Saison 2020 begann gut für mich. Doch beim Aragon-Wochenende hatte ich einen Tiefpunkt. Ich war völlig geschafft“, erinnert sich der Yamaha-Werkspilot.