Fabio Quartararo landet beim San-Marino-Grand-Prix gleich zweimal im Kies und verliert die WM-Führung: „Ich habe zu viel gewollt“, resümiert der Petronas-Pilot.

Seit seinem Doppel-Sieg in Jerez geht es für Fabio Quartararo in der MotoGP-Saison 2020 sukzessive bergab, was die Renn-Ergebnisse betrifft. Auf P7 in Brünn, P8 in Spielberg 1 und P13 in Spielberg 2 folgte nun der Ausfall beim Grand Prix von San Marino. Und das, obwohl Quartararo aus Reihe eins als einer der Favoriten gestartet war.

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Doch schon im Verlauf der ersten Runde fiel der Petronas-Pilot auf Rang fünf zurück. Dort hing er hinter seinem Yamaha-Markenkollegen Maverick Vinales fest und fand erst nach sechs Runden einen Weg vorbei. Zu dem Zeitpunkt klaffte zur Spitze bereits eine größere Lücke. Und beim Versuch, diese zu schließen, übertrieb es Quartararo. Was folgte, war ein Sturz in Kurve 4.

„In dem Moment, in dem ich Maverick überholte, sagte ich: ‚O.k., ich muss pushen, um Jack (Miller, Anm. d. Red.) einzuholen‘. Aber leider habe ich gepusht, als wäre es die letzte Runde. Dabei waren noch 19 Runden zu fahren. Es ist also ein Fehler, den ich ganz allein gemacht habe“, erklärt Quartararo seinen ersten Ausrutscher.

Das Rennen der MotoGP: Grand Prix of San Marino

„Eines Tages müssen diese Fehler gemacht werden“

Er nimmt den Sturz also auf seine Kappe. Auch wenn er hinterher schiebt, dass der Reifen bei der Fahrt hinter Vinales überhitzt habe. Und der Reifendruck zudem etwas zu hoch gewesen sei, was sicher seinen Teil dazu beitrug. „Aber wir sind erst in unserem zweiten Jahr in der Meisterschaft. Und ich kann sagen, dass ich aus allen Fehlern, die ich im letzten Jahr gemacht habe, gelernt habe“, betont Quartararo.

Und so werde er auch aus diesem Lapsus lernen. „Es ist schwer, sich ein Rennen anzuschauen, wenn man stürzt. Aber ich denke, es ist wichtig für mich, mir meine Fehler anzuschauen“, sagt der Franzose weiter. „Am Ende ist es natürlich nicht der richtige Moment, diese Fehler zu machen. Aber eines Tages müssen wir sie machen.“

Tatsächlich blieb es nicht bei diesem einen. Denn nachdem der Petronas-Pilot das Rennen wieder aufgenommen und sich an der Box rückversichert hatte, dass mit dem Motor alles in Ordnung ist, stürzte er auf der Strecke erneut. Mit einem offenbar zu stark abgekühlten Vorderreifen wurde ihm dieses Mal Kurve 6 zum Verhängnis.

Quartararo jetzt sechs WM-Punkte hinter Dovizioso

Damit war das Rennen für Quartararo nach 18 Runden endgültig vorbei. „Es ist eine Schande, denn ich hatte das Tempo, um um den Sieg zu kämpfen. Das ist ziemlich frustrierend“, so der 21-Jährige. In der WM büßte er aufgrund des Nullers die Führung ein und liegt jetzt auf Rang zwei sechs Punkte hinter Andrea Dovizioso (Ducati). Joan Mir (Suzuki) hat als Dritter nur sechs Punkte Rückstand auf Quartararo.

„Ehrlich gesagt denken viele Leute, dass ich unter Druck stehe, weil ich die Meisterschaft anführe“, kommentiert der Gesamt-Zweite den WM-Stand. „Aber ich kann Ihnen sagen, dass es mir wirklich egal ist, dass ich Erster war. Das Hauptziel, als ich hier ankam, war, dass ich schnell sein und um den Sieg kämpfen wollte.“

Und der Franzose ruft in Erinnerung: „Es ist erst mein zweites Jahr, ich bin 21 Jahre alt. Natürlich will ich die Meisterschaft gewinnen. Aber es gibt jetzt nicht den Druck, dass ich über die Meisterschaft nachdenken muss. Hier war die Situation klar, denn Dovizioso lag recht weit hinten und ich wollte vorne kämpfen. Mit einem vierten oder fünften Platz kann man nicht Weltmeister werden.“

Dass das aber immer noch besser gewesen wäre, als mit null Punkten nach Hause zu gehen, weiß Quartararo jetzt auch. „Ich war einfach zu aufgeregt. Manchmal, wenn man etwas zu sehr will, ist man zu übermotiviert und macht Fehler. Deshalb muss ich mich in solchen Situationen auf dem Motorrad einfach mehr entspannen.“