Simone Battistella stellt klar, dass sich Andrea Dovizioso mit der Entscheidung für 2021 Zeit lässt – und nimmt zu neuen Gerüchten um die Zukunft seines Schützlings Stellung.

Yamaha hat für kommendes Jahr schon zwei Fahrer unter Vertrag, Honda und Suzuki jeweils einen. Offen ist dagegen die Situation bei Ducati. Viel hängt von Andrea Dovizioso ab. Macht er weiter oder hört er auf? Einigt man sich auf eine Vertrags-Verlängerung? Zuletzt tauchten sogar wilde Spekulationen auf, dass „Dovi“ zu KTM wechseln könnte – und im Gegenzug Pol Espargaro zu Ducati.

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Wie auch immer sich Dovizioso entscheiden wird, er ist eine der nächsten Königsfiguren auf dem MotoGP-Fahrermarkt. Denn davon wird auch abhängen, wie es bei Ducati mit den anderen Piloten Danilo Petrucci, Jack Miller, Francesco Bagnaia und Johann Zarco weitergeht. Doch laut Dovizioso-Manager Simone Battistella gibt es aktuell keine Eile für eine Entscheidung.

„Andrea entscheidet sich jetzt noch nicht“

„Ducati braucht Dovizioso mehr, als Dovizioso Ducati braucht“, wird Battistella von ‚AS‘ zitiert. „Andrea will weiterfahren, aber jetzt entscheidet er sich noch nicht. Weil er sehen will, wie sich die Projekte entwickeln. Wenn die Zeit für eine Entscheidung gekommen ist, dann sind das Projekt und das Personal für Andrea wichtig.“

Andererseits hat Ducati im letzten Herbst versucht, Fahrer wie Maverick Vinales, Fabio Quartararo und Joan Mir zu verpflichten. Das klappte aus Sicht der Italiener zwar nicht. Es zeigt aber, dass sich Paolo Ciabatti & Co. sehr wohl nach Alternativen umsehen, die das Potenzial haben, Marc Marquez zu besiegen.

Spannungen zwischen Dovizioso und Dall’Igna

Mit Dovizioso wurde Ducati zwar drei Mal hintereinander Vize-Weltmeister. Doch der Abstand zu Marquez wurde von Jahr zu Jahr größer. „Es hat ihn nicht gestört, dass Ducati versucht hat, Fahrer wie Maverick oder Quartararo zu verpflichten“, meint Battistella. „Es hat ihn auch nicht gestört, als Lorenzo gekommen ist. Er versteht, dass sich Ducati nach jungen Fahrern umsehen muss.“

Trotzdem gab es im letzten Jahr Unstimmigkeiten zwischen Dovizioso und Motorsportchef Gigi Dall’Igna. Dovizioso hatte öffentlich kritisiert, dass die prinzipiellen Probleme der Desmosedici nicht wirklich verbessert werden. Damit meinte „Dovi“ vor allem das Turning. Speziell im Sommer und im Herbst war das Verhältnis zwischen beiden merklich abgekühlt.

„Es stimmt, dass es Spannungen zwischen Andrea und Gigi gegeben hat. Aber es war eine professionelle Spannung. Das hat dazu beigetragen, das Projekt zu stärken“, bewertet Battistella das Thema positiv. „Für beide ist es Priorität, nicht an sich selbst zu denken, sondern an Siege. Das wollen beide schaffen.“