Andrea Dovizioso erklärt, wo er in Buriram Zeit auf Titelfavorit Marc Marquez verliert. Danilo Petrucci ärgert sich über P11. Jack Miller über sin spätes Aufbäumen.

Die beiden Ducati-Werkspiloten Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci haben den Trainingstag zum Grand Prix von Thailand in Buriram auf P8 und P11 beendet.

„Dovi“, rechnerisch der einzige, der Marc Marquez (Honda) noch am Gewinn des MotoGP-Titels 2019 hindern kann, ist damit vorläufig für den direkten Q2-Einzug am Samstag gesetzt. Für Marquez gilt dies trotz seines schweren FP1-Sturzes, nach dem er kurzzeitig nicht atmen konnte, ebenfalls. Petrucci hingegen muss sich Samstagvormittag noch steigern, um seinerseits nicht in Q1 antreten zu müssen.

Was den Titelkampf in der Fahrerwertung betrifft, so hat Dovizioso mit 98 Punkten Rückstand auf Marquez ohnehin schon aufgegeben. Verliert der Italiener am Sonntag noch zwei weitere Punkte auf den Spanier, dann ist die WM endgültig entschieden. In der Teamwertung aber hat das Ducati-Werksteam derzeit 24 Punkte Vorsprung auf das Honda-Werksteam und will diesen Vorsprung mit Dovizioso/Petrucci gegenüber Marquez und Jorge Lorenzo verteidigen.

Buriram: Marquez' Horror-Sturz aus mehreren Perspektiven

Dovizioso mit Kurvenausgang noch nicht zufrieden

Wie fasst Dovizioso den Trainingstag zum Thailand-Grand-Prix zusammen? „Ich bin recht zufrieden. Ich war nicht der Schnellste, war aber sehr konstant unterwegs. Leider ist Marc auch hier wieder einen Tick schneller, allerdings nicht so viel wie er es noch in Aragon war.“

Damit spricht Dovizioso auf den Umstand an, dass sich Marquez trotz seines Sturzes zwei Plätze vor seinem letzten verbliebenen WM-Gegner einsortiert hat. Im FP2 am Nachmittag hatte der Tabellenführer unmittelbar nach seinem Krankenhausaufenthalt sogar lange die Bestzeit gehalten. Erst in den Schlussminuten fiel er noch hinter fünf Piloten zurück, die anders als er selbst eine Schlussattacke mit weichen Reifen fuhren. Insgesamt wirkte Marquez aber auch nach seinem Schreck vom Vormittag sehr souverän.

Dovizioso sieht den entscheidenden Unterschied nach zwei Freien Trainings am Kurvenausgang: „Im letzten Teil der Kurven müssen wir uns noch verbessern. Ich kann derzeit nicht so heraus beschleunigen, wie ich mir das vorstelle. Mit dem Kurveneingang bin ich zufrieden. Aber insgesamt stimmt es noch nicht zu 100 Prozent.“ Auf konkrete Nachfrage, ob es der Kurvenausgang ist, in dem Marquez ihm gegenüber im Vorteil ist, antwortet der Ducati-Pilot: „Ja, ich denke, das ist so. Ich hoffe nur, dass der Unterschied nicht allzu groß ist.“

Petrucci: P11 am Freitag „so ziemlich die ärgerlichste Position“

Petrucci, der in beiden Freitagstrainings langsamer als Dovizioso war, letzten Endes aber nur 0,088 Sekunden auf diesen verlor, sagt: „Richtig schlecht lief es nicht. Aber natürlich wäre es besser, wenn ich in den Top 10 liegen würde. Jetzt bin ich Elfter und das ist so ziemlich die ärgerlichste Position, auf der man zu diesem Zeitpunkt [des Wochenendes] liegen kann – zumal es nur ein paar Tausendstel-Sekunden sind.“

Nachdem er sich bei den zurückliegenden Rennen schwergetan hat, kommt „Petrux“ auf dem schnellen Kurs in Buriram etwas besser zurecht. „Mit dem Gefühl auf dem Motorrad bin ich recht happy. Aber die eine schnelle Runde geht sicherlich noch schneller. Auf dem Longrun lief es besser. Eine Top-3-Platzierung im Rennen halte ich momentan nicht unbedingt für möglich. Allerdings sollte uns auch nicht allzu viel fehlen. Mein Ziel sind die Top 5“, so Petrucci.

Jack Miller schnellster Ducati-Pilot

Schnellster Ducati-Pilot war am Freitag in Buriram aber keiner der Werkspiloten. Stattdessen war es Jack Miller, der sich mit seiner Pramac-Ducati auf P5 des Tagesklassements einreihte. „Es lief gut. Das Motorrad funktioniert“, berichtet Miller zufrieden. Aber er gibt zu: „Bei der Reifenwahl bin ich mir noch unschlüssig. Ich schwanke zwischen der harten und der weichen Mischung. Hoffentlich bleibt es morgen trocken, sodass wir noch etwas dazulernen können.“

Nachdem er zuletzt beim Aragon-Grand-Prix auf das Podest gefahren ist, verkündete Miller sogleich, dass er den Kampf um den Titel des punktbesten Fahrers aus einem Satellitenteam noch lange nicht aufgegeben hat. Fabio Quartararo, der mit seiner Petronas-Yamaha auch am Thailand-Freitag wieder einmal der Schnellste war, liegt nur sechs Punkte vor Miller. „Es wäre schön gewesen, wenn es seit Katar so gut laufen würde wie jetzt. Aber gut, so ist es nun mal“, meint der Pramac-Ducati-Pilot.

Die MotoGP in Buriram: Matchball Marc Marquez