Scott Redding stellt klar, dass er seine Daten nicht mit denen von Michael Ruben Rinaldi vergleichen kann – und kritisiert Ducati für den Rauswurf von Chaz Davies.

Unmittelbar nach dem WSBK-Saisonfinale in Estoril übernahm Michael Ruben Rinaldi den Platz von Chaz Davies im Ducati-Werksteam. Schon am Montag nach dem letzten Rennen saß Rinaldi auf der Werks-V4R und sammelte Erfahrungen für 2021. Teamkollege Scott Redding hat kein direktes Problem mit Rinaldi. Dennoch sieht er offenbar einige Probleme auf sich und Ducati zukommen.

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„Es könnte meinen Job ein bisschen schwieriger machen. Wenn es darum geht, das Motorrad zu entwickeln, es zu fahren und damit eine Meisterschaft zu gewinnen“, grübelt Redding. „Das könnte schwierig werden. Es war gut, Chaz in der Box zu haben. Wir kamen gut miteinander klar und sind groß gewachsene Fahrer. Wir haben die gleichen Probleme.“

„Mit Rinaldi kann ich meine Daten nicht vergleichen“, erklärt Redding, der einen Kopf größer ist als sein neuer Teamkollege. „Wenn ich mir seine Daten anschaue, dann denke ich mir: Fuck! Seine Daten sind im Vergleich zu meinen so unterschiedlich. Wir können die Daten nicht miteinander vergleichen. Ducati hat jetzt ein Problem.“

Redding hält Ducati-Entscheidung für falsch

Mit Ducatis Entscheidung, Davies nicht länger zu beschäftigen, ist Redding überhaupt nicht einverstanden. „Sie glauben, dass ich die Meisterschaft für sie gewinnen kann. Ich denke, das kann ich im kommenden Jahr schaffen. Dann haben sie Rinaldi, von dem sie auch irgendwas erwarten. Jetzt müssen sie sich aber entscheiden, welche Richtung sie einschlagen wollen. Wenn sie nicht in meine Richtung gehen, dann bin ich angefressen.“

„Ich habe in diesem Jahr hart gearbeitet, um uns hierhin zu bringen“, stellt Redding klar. „Mit Chaz und seinem Wissen und seinen Erfahrungen in Kombination mit meinem Speed und meinem Wissen können wir aus dem Motorrad eine Sieger-Maschine für große und kleine Fahrer machen.“

„Ich stimme der Entscheidung nicht so richtig zu. Doch sie haben das getan, was sie für richtig hielten“, so Redding. „Sie bezahlen die Rechnung und bauen das Motorrad. Ich muss es also akzeptieren.“

Persönlich hat Redding mit Rinaldi keine Probleme. „Ich komme mit Michael gut klar. Doch die Freundschaft mit Chaz macht es so viel einfacher“, trauert er seinem ehemaligen Teamkollegen hinterher. „Man musste nichts zurückhalten. Wir sprachen komplett offen über Abstimmungen und unsere Eindrücke, wie wir uns verbessern können und so weiter. Das gibt es nicht oft in Teams.“

Davies weiß, Rinaldis Daten Redding nicht helfen

Chaz Davies hat indes mitbekommen, in welchen Tönen Redding von ihm schwärmt. „Er ist wirklich toll“, freut sich der Waliser über das positive Feedback. „Und er sagte es von Beginn an. Er wollte mich im Team haben. Wir arbeiten gut zusammen und kommen gut klar.“

„Er kann mit meinen Informationen mehr anfangen als mit denen von Rinaldi“, weiß Davies, der ähnlich groß ist wie Redding. „Er kann mit mir besser arbeiten als mit ihm“, kontatiert der für 2021 noch arbeitslose WM-Dritte der eben abgelaufenen Saison.