Jack Miller ist als Sechster der beste Ducati-Fahrer. Andrea Dovizioso kann Platz acht etwas Positives abgewinnen. Johann Zarco wird müde, wenn er attackiert.

Ducati spielte beim Grand Prix von Europa keine Rolle im Spitzenfeld. Jack Miller war mit Platz sechs der beste Ducati-Fahrer auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia. Andrea Dovizioso wurde Achter, Johann Zarco Neunter und Danilo Petrucci Zehnter. Tito Rabat schied mit technischem Defekt aus. Francesco Bagnaia schied durch einen frühen Sturz aus.

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Vom WM-Titel kann sich Dovizioso praktisch verabschieden. 50 Punkte werden noch vergeben. 45 Punkte beträgt sein Rückstand auf Suzuki-Ass Joan Mir. Aber in der Konstrukteurswertung hat Ducati noch Chancen auf den Titel, denn man liegt nur sieben Punkte hinter Suzuki.

Miller: Einige Fahrer im Kamikaze-Stil

Ein nervenaufreibendes Rennen in Valencia hatte Miller, der nach der ersten Runde nur Neunter war und in einige Zweikämpfe verwickelt war. „Der Start war nicht so schlecht, aber dann hatte ich im vierten Gang einen Wheelie und ich musste das Gas zudrehen“, berichtet ‚Jackass‘.

„In den ersten Runden sind die anderen im Kamikaze-Stil gefahren. In Kurve 2 wäre Fabio fast seitlich in mich reingefahren. Marquez hätte mich fast in Kurve 4 abgeräumt. Dann habe ich meinen Rhythmus gefunden.“

„Ich habe Marquez überholt, aber er wäre dann wieder fast in meine Seite gefahren. Also wurde ich aggressiver, um wieder vorbeizukommen. Dovizioso war schwierig zu überholen“, schildert Miller und berichtet von weiteren harten Aktionen in Zweikämpfen.

„Anschließend habe ich Zarco überholt, aber dann ist er im Kamikaze-Stil gefahren und hat mich zweimal von der Strecke gedrängt. Sechs, sieben Runden habe ich mich mit ihm beschäftigen müssen, bis ich schließlich vorbei war. Dann habe ich Oliveira eingeholt, aber es war schon zu spät.“

Sind einige Fahrer zu aggressiv gefahren?

Sind einige Fahrer zu aggressiv gefahren? „Hier ist es sehr wichtig, sich in den ersten Runden in Position zu bringen. Das kann ich verstehen, aber es ging in den ersten Runden wie in einem Moto3-Rennen zu, vor allem in der ersten. Das war unnötig, aber so ist es eben in der WM.“

Nach Platz sechs fällt Millers Fazit nicht zu positiv, aber auch nicht zu negativ aus: „Es war ein gutes Rennen, ich habe es genossen. Es wäre aber mehr möglich gewesen. Wir haben eine bessere Pace gezeigt. In Valencia ist überholen aber immer schwierig.“

Ducati: Dovizioso versucht Platz acht positiv zu sehen

Mit Position acht setzte sich für Dovizioso die Serie von Ergebnissen im Bereich der Top 10 fort. „Ich fühlte mich okay und war konstant. Damit bin ich zufrieden. Im letzten Teil des Rennens war mein Speed nicht so schlecht“, kommentiert der Italiener seine Performance.

„Wir müssen versuchen, das auch nächstes Wochenende zu machen, weil ich etwas anders fahren konnte. Damit war ich etwas schneller, als der Reifen nachließ. Das ist unser Ziel. Mit einem neuen Reifen bin ich nicht schnell. Ich kann nicht so fahren und bremsen, wie ich es gewohnt war.“

„Ein Rennen so zu beenden ist nicht so schlecht“, findet Dovizioso. Er musste sich im Finish noch von Brad Binder (KTM) überholen lassen, der wohlgemerkt eine Long-Lap-Penalty hatte. Dass Dovizioso überhaupt Achter wurde, verdankt er auch Zarco.

Zarco gibt zu: Wenn er attackiert, macht ihn die Ducati müde

„Ich hätte den siebten Platz halten können, aber ich habe es nicht gemacht“, sagt Zarco nach dem Rennen. „Ich sah ‚Dovi‘ und dachte an die Weltmeisterschaft. Binder hat mich auch überholt. Sie waren schneller und ich konnte nicht mehr kontern.“

Der Franzose gab auch zu, dass ihn die Ducati müde macht: „Um die letzten zwei Zehntelsekunden zu finden, muss ich etwas zu viel pushen, wodurch ich müde werde. Das ist interessant und ich glaube, wir werden Lösungen dafür finden, denn wir haben unsere Stärken.“

„Ich glaube nicht, dass härteres Training der richtige Weg ist. Ich glaube, man muss das Motorrad weniger zwingen. Als Jorge mit der Ducati Rennen gewonnen hat, konnte man im Fernsehen sehen, dass er das Bike nicht gezwungen hat, sondern das Gefühl gefunden hatte.“

Trotzdem will sich Zarco nicht zu sehr an Lorenzo orientieren, denn es gibt Unterschiede. „Ich arbeite anders als Jorge. Bei mir schwanken die Leistungen nicht so stark. Er hat gewonnen oder es gab nichts.“

Petrucci halbwegs zufrieden

Petrucci startete von Position 18 und ist deshalb mit seinem zehnten Platz halbwegs zufrieden: „Es war kein so schlechter Tag, wenn ich meine Startposition bedenke. Die Top 10 waren das Maximum. Es ist kein gutes Ergebnis, aber zumindest bin ich mit den anderen Ducatis zusammen.

„Überholen war schwierig. Ich muss das Qualifying verbessern. Wir haben auch einige Daten von Pirros Test. Hoffentlich können wir sie nächstes Wochenende nutzen. Ich hoffe, dass ich die WM in den Top 10 beende. Dafür muss ich aber weiter vorne starten.“

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Europa-GP