Paolo Ciabatti erklärt die Gründe, warum Ducati Jack Miller keinen Zweijahres-Vertrag geben wollte – und warum „Jackass“ gegenüber Danilo Petrucci den Vorzug erhielt.

Jack Miller geht 2021 für das Ducati-Werksteam an den Start. Üblich sind in der MotoGP Zweijahres-Verträge. Doch der Australier erhielt bei den Roten nur einen Kontrakt für nächstes Jahr. „Es ist klar, dass ich einen Zweijahres-Vertrag bevorzugt hätte. Aber Ducati scheint nur noch Einjahres-Verträge zu machen“, merkte Miller jüngst an.

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Aber: Mit Andrea Dovizioso ist geplant, für 2021/22 zu verlängern. Bei Miller behält sich Ducati also mehr Handlungs-Optionen für die Zukunft vor. „In einer idealen Welt wäre es für Teams nicht schlecht, etwas mehr Flexibilität zu haben“, wird Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti von ‚Moto.it‘ zitiert.

„Miller muss seine Fortschritte erst bestätigen“

„In diesem speziellen Fall haben wir uns für Miller entschieden, ohne 2020 ein Rennen von ihm gesehen zu haben. Er ist ein hoffnungsvoller Fahrer, aber er muss seine Fortschritte erst bestätigen. Ihn heute für zwei Jahre unter Vertrag zu nehmen, wäre nicht korrekt gewesen“, begründet der Sportdirektor.

„Wir haben mit ihm darüber gesprochen. Er versteht die Situation und sieht sie als Antrieb um zu beweisen, dass er sich auch 2022 den Platz im Werksteam verdient. Wir mussten dabei die Firma auch etwas schützen. Denn wir haben eine Entscheidung getroffen, bevor die Rennen überhaupt begonnen haben.“

Überzeugt Miller mit guten Leistungen und Ergebnissen, wäre eine Verlängerung für 2022 wohl nur Formsache. Bis dahin vergeht allerdings noch viel Zeit. Aus Sicht von Ducati muss man auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie berücksichtigen. Denn Arbeitsplätze in der Firma müssen ebenfalls gesichert werden.

MotoGP-Fahrermarkt zwang Ducati zum Handeln

Hätte die Saison 2020 ganz normal begonnen, hätte sich Ducati nach Mugello und Barcelona mit der Fahrer-Wahl beschäftigt. Das war auch letztes Jahr der Fall, als man Danilo Petrucci nach dessen Heimsieg in Mugello um eine weitere Saison verlängerte. Doch nachdem der Fahrermarkt selbst ohne Rennen in Bewegung kam, musste Ducati handeln.

„Miller hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert, vor allem in der zweiten Saisonhälfte 2019. Deshalb dachten wir, er könnte der richtige Fahrer für das Werksteam sein“, so Ciabatti. „Wir erwarten, dass er sich weiter steigert. Wir mussten zwischen Danilo und Jack wählen. Es war nicht leicht. Aber wir hatten das Gefühl, dass Miller das Potenzial hat, sich noch weiter zu verbessern.“