Ducati geht davon aus, dass Andrea Dovizioso seinen Vertrag bei den Roten verlängern wird – knüpft den Verbleib des Teamleaders aber an ganz konkrete Bedingungen.

Eine Fahrer-Personalie für die MotoGP-Saison 2021 hat Ducati geklärt. Jack Miller steigt zur kommenden Saison vom Satelliten-Team Pramac ins Werksteam auf. Wer neben dem Australier die zweite Werks-Ducati fahren wird, ist aber noch immer offen.

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Bei Ducati bevorzugt man offenbar die Variante, dass Andrea Dovizioso, dessen Vertrag Ende 2020 ausläuft, dem Team erhalten bleibt. Doch diese Variante knüpft der italienische Hersteller an Bedingungen. Denn angesichts der Corona-Krise muss sich „Dovi“ von ursprünglich angedachten Gehalts-Vorstellungen verabschieden.

„Das Ziel von Ducati und, so glaube ich, auch von Andrea ist es, gemeinsam weiterzumachen. Wir durchleben aber gerade eine wirtschaftlich schwierige Zeit“, wird Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti von ‚GPOne.com‘ zitiert.

Packende MotoGP-Doku: Andrea Dovizioso – Undaunted

Dovizioso muss Abstriche beim Gehalt machen

„Ich will nicht schwarzmalen. Aber finanziell gesehen haben wir einige äußerst komplizierte Monate vor uns. Eins steht fest: Ein Festhalten an den Plänen aus der Zeit vor Corona wird nicht möglich sein“, so der Ducati-Sportdirektor. Bei Ducati geht man davon aus, dass man sich mit Dovizioso wird einigen können. Auch wenn es im KTM-Lager Fürsprecher für den dreimaligen Vize-Weltmeister gibt.

Als Trumpfkarte für Ducati sieht Ciabatti die technischen Voraussetzungen: „Wir sind nicht in Eile. Und wir glauben, dass wir das konkurrenzfähigste Bike im Feld haben. Die Karten liegen für alle Beteiligten auf dem Tisch. Eine Deadline gibt es nicht. Wir sind zuversichtlich, dass Dovizioso mit uns weitermachen wird.“

Petrucci vor Wechsel in die Superbike-WM?

Diese Einschätzung teilt Ciabatti übrigens auch in Bezug auf Danilo Petrucci. Das jedoch nicht im Zusammenhang mit dem MotoGP-Werksteam. Vielmehr kann er sich prinzipiell vorstellen, dass „Petrux“ ab 2021 für Ducati in der Superbike-WM an den Start gehen wird.

„Wir haben Danilo gesagt, dass wir für 2021 mit einem anderen Aufgebot planen, nämlich Dovizioso und Miller. Das heißt aber nicht, dass Danilo bei Ducati raus wäre. Wir haben ja noch keine Einigung mit Dovizioso getroffen“, so der Sportdirektor.

„Wir bei Ducati würden Danilo gerne weiter in unserem Umfeld sehen. Daher ziehen wir die Möglichkeit Superbike in Erwägung, sofern es für ihn keine MotoGP-Alternativen gibt“, erklärt Ciabatti. Und unterstreicht: „Als Person und als Fahrer schätzen wir Danilo.“

Im Ducati-Team in der Superbike-WM stehen derzeit Chaz Davies und der letztjährige Britische Superbike-Champion Scott Redding unter Vertrag. Zwar tut sich Davies seit geraumer Zeit schwer, weil die Panigale V4 R nicht so gut zu seinem Fahrstil passt wie das Vorgänger-Modell. Doch Stand jetzt ist es laut Ciabatti noch nicht gesetzt, dass Petrucci Nachfolger von Davies wird.