Um Kosten zu sparen, kursieren in der MotoGP aktuell mehrere Ideen. Doch den Plan, die Anzahl der Bikes pro Fahrer zu reduzieren, sieht die Mehrzahl der Hersteller kritisch.

Um mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise fertig zu werden, diskutiert die MotoGP aktuell verschiedene Szenarien. Darauf, die technische Entwicklung einzufrieren und im kommenden Jahr mit den 2020er-Bikes zu fahren, scheinen sich alle einigen zu können. An anderer Stelle gibt es dagegen konträre Ansichten.

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So schmeckt der Vorschlag, auch in der MotoGP mit nur einem Motorrad pro Fahrer anzutreten, nicht jedem. In den kleinen WM-Klassen wird das bereits praktiziert. Vor allem Ducati-Rennchef Gigi Dall’Igna machte sich jüngst für diese Lösung stark. Yamaha-Teamdirektor Massimo Meregalli hat wiederum Zweifel.

„Ich persönlich bin dagegen, denn die Motorräder sind bereits fertig“, sagt er im Interview mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Es stimmt, dass man mit Ersatzteilen Geld sparen kann. Aber was die Investition betrifft, sehe ich es eher als Problem denn als Vorteil.“

Konkurrenz schmettert Ducati-Vorschlag ab

Seit 2010 haben Moto2 und Moto3 (damals 125er) nur noch ein Motorrad pro Fahrer in der Box stehen. Die zweite Maschine wurde gestrichen, um die Kosten zu senken. Als ein Vorbild für die MotoGP sieht die Mehrheit der Hersteller das aber nicht.

Denn wie ‚Motorsport-Total.com‘ erfahren hat, traf Ducatis Vorschlag bei einem außerordentlichen Meeting der MSMA (Hersteller-Vereinigung) Anfang des Monats auf wenig Unterstützung. Die italienische Marke stellt mit einem Werks- und zwei Kundenteams (Pramac und Avintia) aktuell die meisten Bikes im gesamten Startfeld.

Auch deshalb regte Dall’Igna an, ein Motorrad zu streichen. „Wir sind die einzige Kategorie, die zwei hat. Und ich sehe nicht, dass in der Moto3 oder WSBK mit nur einem Motorrad die Show minderwertiger ist.“ Doch nicht nur Meregalli ist offenbar skeptisch.

MotoGP: Auch Meregalli für Entwicklungs-Stopp

Aber wie lassen sich aus seiner Sicht dann Kosten sparen? „Es wird sicherlich keine 19 Rennen geben, das könnte also eine Einsparung sein. Man kann zudem darüber nachdenken, mit so wenig Personal wie möglich an die Strecke zu gehen.“ Auch einen vorläufigen Entwicklungs-Stopp erachtet der Yamaha-Teammanager als sinnvoll.

„Ich denke, dass es eine gute Lösung ist, die für dieses Jahr erteilten Genehmigungen für die nächste Saison zu nutzen. Angesichts der Schwierigkeiten, die uns noch bevorstehen, könnte das ein Konzept sein, um Kosten zu senken. Ich bin voll und ganz dafür.“ Die Motoren und Aero-Pakete 2020 waren digital homologiert worden.