Pol Espargaro und Dani Pedrosa drehten für KTM zwei Tage lang Runden auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Brad Binder von Reisebeschränkungen ausgebremst.

Am Mittwoch und Donnerstag absolvierte das KTM-Werksteam aus der MotoGP-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft die ersten Testfahrten seit dem großflächigen Ausbruch des Coronavirus.

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Das von Red Bull gesponserte Werksteam aus Österreich nahm den Red Bull Ring in Spielberg für einen Privattest unter die Räder. Nicht nur für KTM, sondern überhaupt für ein MotoGP-Team, handelte sich dabei um die ersten Runden seit dem gemeinsamen Katar-Test Ende Februar .

Pol Espargaro und Testfahrer Dani Pedrosa spulten an den zwei Tagen jede Menge Runden ab. Brad Binder fehlte jedoch, weil ihm aufgrund des Coronavirus, der längst auch Afrika erreicht hat, die Ausreise aus seinem Heimatland Südafrika verweigert wurde.

KTM: Rost von Zwangspause abschütteln

Abgesehen von Espargaro und Pedrosa waren laut KTM „mehr als 20 Teammitglieder“ am Red Bull Ring vor Ort. Nach Angaben des Herstellers wurden alle Beteiligten vorab negativ auf den Coronavirus getestet. Die beiden Piloten beschäftigen sich mit Feinabstimmungen an der RC16. Vor allem aber ging es darum, den „Rost“ der dreimonatigen Zwangspause abzuschütteln.

„Ich glaube nicht, dass ich jemals so lange kein Motorrad bewegt habe. Vor allem nicht im Sinne von Wettkampf“, sagt Espargaro. Und er gesteht: „Deshalb war es anfangs etwas schwierig. Dann aber fand ich schnell wieder zu meinem Rhythmus, den ich in Katar hatte.“

Der Spanier spricht von „vielen grinsenden Gesichtern in der Box“. Und er erläutert die technischen Aspekte der Testarbeit: „Wir haben einige Verbesserungen vorgenommen. Priorität war es, unser Gefühl auf dem Motorrad wiederzufinden. Wir hatten aber auch eine ganze Menge [Teile] zum Testen dabei. Vor allem hinsichtlich des Fahrwerks, aber auch im Bereich der Elektronik, haben wir uns verbessert.“

Beirer: „Versprechen gehalten“

KTM-Rennleiter Mike Leitner berichtet: „Ich bin wirklich glücklich, dass wir diese zwei Tage in Spielberg organisieren konnten und das MotoGP-Team wieder auf die Strecke bringen konnten. Es war eine große Anstrengung, aber wir haben alle getestet [auf Corona] und haben es möglich gemacht. Ich glaube, das war der Schlüssel für die Mentalität im Unternehmen, im Team und aller in der Rennabteilung, vor allem der Piloten.“

Und KTM-Motorsportchef Pit Beirer meint: „Während der zurückliegenden Wochen und Monate hatten wir radikal auf die Virussituation reagiert, indem wir unsere Motorsportabteilung geschlossen hatten. Ich habe dem Team aber das Versprechen gegeben, dass wir als erste wieder auf die Strecke gehen werden. Dieses Versprechen konnten wir nun auf dem Red Bull Ring einlösen.“