Zum ersten Mal seit 2016 schafft es ein Honda-Fahrer in der Superbike-WM auf das Podest – Alvaro Bautista erobert mit der neuen Fireblade Platz drei in Aragon

Für die Saison 2020 der Superbike-WM hat sich Honda komplett neu aufgestellt. Mit der neuen Fireblade CBR1000RR-R will man wieder an alte Erfolge anknüpfen. Die bisherigen Rennen gestalteten sich zäh. Der Corona-Lockdown behinderte die Weiterentwicklung zusätzlich.

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Nun schaffte Alvaro Bautista im MotorLand Aragon das erste Erfolgserlebnis. Im zweiten Rennen fuhr der Spanier auf den dritten Platz. Das war der erste Podestplatz für Honda seit dem Jahr 2016. Anfang Oktober jubelte damals Michael van der Mark in Magny-Cours über Platz zwei.

„Ich bin natürlich sehr glücklich“, freut sich Bautista. „Das ist eine schöne Belohnung für unsere ganze Arbeit. Vor allem nach diesem Wochenende, denn wir hatten im Training technische Probleme und ich bin im ersten Rennen gestürzt. Wir müssen zufrieden sein.“

Aragon Round: Rennen 2

Honda im Pulk schwierig zu fahren

Am Freitag musste der Motor nach einem Defekt getauscht werden. Am Samstag stürzte Bautista im ersten Rennen. Wenn er eine freie Strecke hat, dann kann der Vizeweltmeister Potenzial zeigen. Steckt er im Verkehr, dann ist es für Bautista viel schwieriger.

Warum? „Am Samstag hatte ich im ersten Rennen in den ersten Runden große Mühe. Ich muss das Motorrad sehr aggressiv fahren und es in die Kurven zwingen. Wenn ich mich mit anderen Fahrern im Zweikampf befinde, dann kann ich so nicht fahren.“

Das führte schließlich auch zu seinem Sturz. Am Sonntag machte er es deutlich besser. Die Basis für den Podestplatz war Rang vier im Superpole-Rennen. „Im Superpole-Rennen habe ich in der ersten Kurve etwas riskiert“, lacht Bautista.

„Ich bin auf die Außenbahn gefahren und befand mich dann in einer guten Position. Dadurch konnte ich in der Gruppe bleiben und noch Positionen gutmachen. Startplatz vier machte es einfacher, weil ich nicht so viele Fahrer vor mir hatte. Dadurch konnte ich meinen Fahrstil für dieses Motorrad umsetzen.“

„Wenn vor mir eine Lücke zum Vordermann ist, und ich optimal bremsen kann, dann sind wir stark. Auch unser Motor ist stark.“ Aber es gibt auch schwierige Aspekte an der Fireblade: „Es fehlt noch viel beim Turning und beim Grip am Kurvenausgang. Die Yamaha ist in den Kurven viel besser.“

Trotzdem glaubt Bautista: „Es gibt aber keine große Schwäche. Ich denke, es sind viele Kleinigkeiten in mehreren Bereichen. Wir sind auf dem Weg zu unserem Ziel. Wir wollen gewinnen. Ich weiß nicht, wann das passieren wird, aber wir machen kleine Fortschritte.“

Volle Attacke im zweiten Rennen

Im zweiten Hauptrennen befand sich Bautista immer in den Top 4. Ab der fünften Runde hielt er den dritten Platz. „Ich habe versucht, die Reifen zu managen. Gestern bin ich fünf, sechs Runden vor Rennende gestürzt. Die letzten Runden sind die wichtigen.“

„Deshalb war das für mich heute ein neues Gefühl für die Reifen. Als ich die Reifen gemanagt habe, war ich allerdings zu langsam. Also habe ich voll angegriffen, um mit der Gruppe mithalten zu können. Ich bin das ganze Rennen 100 Prozent gefahren. Am Ende haben die Reifen etwas nachgelassen und ich musste den Vorsprung auf den Fahrer hinter mir managen.“

Teamkollege Leon Haslam kam im zweiten Rennen als Siebter ins Ziel. Er konnte sich in der großen Verfolgergruppe durchsetzen. Mit 88 Punkten ist Honda noch vor BMW auf dem vierten Platz der Markenweltmeisterschaft zu finden.

Bereits am kommenden Wochenende wird zum zweiten Mal in Aragon gefahren. „Ich denke, es wird nächstes Wochenende wärmer werden“, blickt Bautista voraus. „Deswegen müssen wir die Bedingungen verstehen. Unser Ziel ist es, Fortschritte zu machen. Das ist momentan schwierig, denn wir brauchen einen größeren Schritt. Aber an kleinen Details können wir für nächstes Wochenende arbeiten.“