Jonathan Rea kämpft gegen Scott Redding und Chaz Davies, doch am Ende wird es nur Rang drei – Die Analyse des Weltmeisters nach dem ersten Aragon-Rennen

Im MotorLand Aragon eroberte Jonathan Rea die 25. Pole-Position seiner WorldSBK-Karriere. Im ersten Rennen lieferte sich der Weltmeister einen harten Kampf gegen das Ducati-Duo Scott Redding und anschließend Chaz Davies. Rea zog den Kürzeren und fuhr mit seiner Kawasaki als Dritter ins Ziel.

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„Es hat heute ein wenig gefehlt“, seufzt der Weltmeister. „Ich fühlte mich auf dem Motorrad wirklich gut, aber ich konnte nicht kämpfen. In den Sektoren 1, 2 und 3 fühlte ich mich sehr gut, aber auf der langen Geraden habe ich jede Runde zu viel verloren.“

„Die ersten drei Sektoren habe ich damit verbracht, die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Es waren nur zwei, drei Zehntel. Scott und Chaz waren sehr gut. Deswegen kann man es sich nicht erlauben, diese Zeit in einem kritischen Bereich zu verlieren.“

Zunächst hatte Rea von der Pole-Position auch keinen optimalen Start und fiel in den ersten Kurven auf den dritten Platz zurück. „Es war ein Desaster“, ärgert er sich. „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich erahnt, wann die Lichter ausgehen – aber sie gingen nicht aus!“

„Ich habe gewartet und dann erloschen sie. Meine Reaktion war verzögert. Das war frustrierend, weil ich meine Pole-Position ruiniert habe.“ Trotzdem beendete Rea die erste Runde als Führender. Zu Beginn der achten Runde wurde er dann von Redding in Kurve 1 ausgebremst.

„Als Scott führte, habe ich auf der Boxentafel gesehen, dass sich der Vorsprung auf Platz drei vergrößerte. Er bekam dann Probleme und hatte Mühe, das Motorrad zu verzögern. Unser Motorrad hatte am Kurvenausgang auch etwas mehr Traktion.“

Aragon Round: Rennen 1

In der Schlussphase machte Rea Druck auf Redding. „Dann habe ich in Kurve 12 einen dummen Fehler gemacht. Scott war in diesem Bereich etwas schwächer. Um ihn nicht zu berühren, habe ich die Bremse gelöst und bin von der Strecke abgekommen. Das ermöglichte Chaz die Chance.“

„Als er mich überholt hatte, war die Geschichte gleich wie hinter Scott. Ich habe im vierten Sektor zu viel verloren. Wir haben für morgen Arbeit zu tun und ich denke, wir können unser Motorrad ein wenig verbessern.“

Durch Platz drei hat Rea in der WM-Gesamtwertung nun fünf Punkte Rückstand auf Redding. Das MotorLand Aragon gilt als Ducati-Strecke, doch Kawasaki konnte im ersten Rennen mithalten. Am Sonntag will Rea erneut angreifen.

„Es geht vor allem um das Gefühl für das Vorderrad, damit ich das Motorrad mit maximaler Verzögerung abbremsen kann“, denkt er an kleine Änderungen für Sonntag. „Auch als die Vordergabel eingefedert war, war mein Gefühl nicht optimal.“

„Wir müssen auch die Temperaturen im Auge behalten. Als es kühler war, konnte ich das Motorrad etwas besser verzögern. Ist es etwas wärmer, müssen wir uns vielleicht das vordere Set-up noch einmal im Detail ansehen.“

Trotzdem ärgert Rea die Niederlage gegen Ducati nicht, weil er nicht komplett chancenlos war: „Scott hatte einen guten Rhythmus. Ich konnte dranbleiben, hatte aber nicht genug, um ihn zu überholen. Gratulation an ihn und sein Team.“