Wie die MotoGP entwickelt sich auch die Rennausrüstung der Fahrer technisch weiter. Ein Dainese-Mitarbeiter erklärt die Fortschritte bei Rennanzügen.

Neben dem Helm ist der Rennanzug wichtigster Bestandteil der Ausrüstung von MotoGP-Piloten, um sich bei Stürzen vor schweren Verletzungen zu schützen. Eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet hat der italienische Hersteller Dainese inne, der seit 1970 zahlreiche Neuheiten vorangetrieben hat.

Heute zählen Kniepads, Maßanzüge und der aerodynamische „Buckel“ längst zum Standard. Dennoch steht die Entwicklung nie still, da auf den technischen Fortschritt der Rennserie reagiert werden muss. „Wir haben viel am Schutz gearbeitet“, verrät Marco Pastore, Rennsportdirektor bei Dainese.

„Jedes Jahr versuchen wir, kleine Dinge und Details zu verbessern oder auszutauschen. Wir haben die D-Air Airbagtechnologie, die Dainese dem Motorsport vorgestellt hat. Jeden Tag bekommen wir Daten, die sich unser fünfköpfiges Team der MotoGP nach jeder Trainingssession herunterlädt.“

Valentino Rossi ist „einer unserer besten Stellvertreter“

Die Ingenieure des Unternehmens studieren diese Daten dann und entwickeln den Airbagalgorithmus weiter, „weil wir immer kleine Dinge verbessern können“. Seit zwei Jahren Pflicht ist der Airbag in der MotoGP Pflicht, viele Fahrer nutzten das System jedoch schon davor, wie etwa Valentino Rossi.

„Anfangs war Valentino noch skeptisch, aber als er den Airbag ausprobiert hatte, war er sehr zufrieden. Nach den ersten Stürzen war er dann überzeugt. Jetzt ist er einer unserer besten Stellvertreter dieser Technologie, weil er an sie glaubt“, sagt Pastore. Und die Zahlen geben ihm und Dainese Recht.

„Es kommt drauf an, eine größere Fläche des Körpers abzudecken. Wir haben uns die Statistiken der letzten Jahre angeschaut, nach denen die meisten Verletzungen das Schlüsselbein betrafen. Seit wir die Airbag-Technologie haben ist die Zahl der Brüche rapide zurückgegangen“, betont der Experte.

Je nach Sturzquote braucht es 15 Rennanzüge und mehr

Zwar seien Schlüsselbeinbrüche noch immer ein Problem, „nur viel seltener“, sagt er. „An der Stelle ist auch ein Airbag, der den Fahrer schützt. Die andere Stelle ist an der Schulter, und wenn der Fahrer möchte, dann können wir auch die Rippen schützen.“ In der Evolution der Airbags hat man dazugelernt.

„Wir haben inzwischen ein gutes Verhältnis zwischen Airbags und normalen Protektoren gefunden, genauso wie mit der Aerodynamik und der allgemeinen Ergonomie. Es gibt viele Komponenten des Produktes, die funktionieren müssen, aber man darf nicht das Gewicht, die Durchlüftung und den Komfort vernachlässigen.“

Je nach Sturzquote des Fahrers werden pro Saison unterschiedlich viele Rennanzüge angefertigt. „Valentino stürzt im Vergleich zu anderen Fahrern nicht besonders oft, trotzdem müssen wir jährlich circa 15 Anzüge fertigen. Mal sind es mehr, mal weniger und es kommt immer auf die Saison an“, sagt Pastore.