KTM-Pilot Johann Zarco im Exklusiv-Interview über die bisherige Saison, seine Pläne in der Sommerpause, die Ziele für die zweite Saisonhälfte sowie das KTM-Heimrennen in Österreich.

Interview: Julia Baumgartner

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servusmotogp.com: Wie würden Sie die bisherige Saison zusammenfassen?

Johann Zarco: Die erste Saisonhälfte macht mich sehr betrübt. Ich habe nicht erwartet, Rennen zu gewinnen. Ich wusste, die Herausforderung mit meinem neuen Team KTM wird hart. Aber das was ich bisher in den ersten neun Rennen erlebt habe, war noch viel komplizierter und zäher, als ich es mir vorgestellt hatte. Das macht mich sehr traurig. Ich will nicht Rennen fahren, um nur hinten weit abgeschlagen dabei zu sein. Ich liebe die Geschwindigkeit und will mich auf dem Bike wohlfühlen. Und das habe ich bis jetzt noch nicht gefühlt. Es heißt nicht, dass das nicht möglich ist. Aber wir arbeiten viel und hart. Das Team steckt viel Energie in die Entwicklung des Bikes und ich versuche mich anzupassen. Außerdem will ich nicht alles vergessen, was ich schon weiß. Ich habe schon viel Erfahrung und ich brauche diese Erfahrung, um in der MotoGP zu zeigen, was ich kann.

servusmotogp.com: Wie verbringen Sie die Sommerpause?

Es steht harte Arbeit an. Ich mache daher in der Sommerpause keinen Urlaub. Die Zeit nütze ich, um neue Grenzen in meinem Körper und in meinem Geist zu finden. Ich will die KTM-Herausforderung besser in die Hand nehmen.

servusmotogp.com: Was bedeutet das konkret?

Viel Training und Training. Und viel körperliches Training auf dem Bike mit einem Training-Bike zuhause. Das wird intensiv. Aber manchmal im Jahr muss man das tun – für mich gilt das diesen Sommer.

servusmotogp.com: Was sind Ihre Ziele für die zweite Saisonhälfte?

Das Allerwichtigste ist: Den Teamkollegen schlagen (Anm.: Pol Espargaro). Ich wollte dieses Ziel nie definieren, weil ich von vorne herein bessere Ergebnisse haben wollte. Aber ja, nun will ich meinen Teamkollegen schlagen. Und warum nicht? Wenn ich einen großen, unerwarteten Sprung in der zweiten Saisonhälfte machen kann, dann kann ich vielleicht auch viele Plätze in der Weltmeisterschaft gutmachen.

servusmotogp.com: Nach Brünn steht das KTM-Heimrennen auf dem Red Bull Ring in Österreich an. Welche Erinnerungen haben Sie an Spielberg?

Ich kenne und genieße die Strecke seit 2016. Gleich im ersten Jahr habe ich dort in der Moto2 gewonnen. Als ich dann 2017 in die MotoGP aufgestiegen bin, hatte ich in Österreich auch ein tolles Ergebnis. Ich wurde damals Fünfter. Letztes Jahr hatte ich leider einige Probleme (Anm.: Zarco wurde Neunter). Und nun komme ich unter Druck zurück nach Österreich.

servusmotogp.com: Wie sehr freuen Sie sich auf Ihr „zweites Heimrennen“ in dieser Saison?

Ich freue mich sehr auf das Fahren auf dieser Strecke – auf einem komplett anderen Bike. Die magische Energie, die man von der Strecke bekommt, liebe ich. Ich mag Spielberg, ich weiß nicht warum. Das Layout der Strecke, besonders der Teil um den Bullen herum – die ziemlich schnelle Doppel-Linkskurve. Ich freue mich auf das Rennen. Aber in Österreich muss man immer die Daumen drücken für gutes Wetter. Unser Testfahrer wird in der Sommerpause in Spielberg arbeiten. Das könnte für uns dann ein Vorteil beim Renn-Wochenende im August sein.

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