Bei einem privaten Testtag im Juni verstieß der Franzose gegen das Reglement. Nun bekam er die Rechnung präsentiert.

Fabio Quartararo musste in Jerez vor die FIM-Kommissare treten und erklären, was bei einem privaten Testtag in Le Castellet genau passiert ist. Der Franzose hatte dort Mitte Juni mit einer Yamaha R1 einen Trackday absolviert. Dieses Motorrad wurde von der Firma Tech-Solutions vorbereitet. Allerdings soll es technische Modifikationen gegeben haben, womit Quartararo gegen das Reglement verstoßen hat.

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Nach der Anhörung in Jerez kamen die FIM-Kommissare (Freddie Spencer, Bill Cumbow, Andres Somolinos) zu dem Schluss, dass Quartararo tatsächlich mit einem Motorrad trainiert hat, das unerlaubte Modifikationen hatte.

Man erkannte aber an, dass Quartararo das nicht absichtlich gemacht hat. Welch unerlaubtes Tuning bei der R1 vorgenommen wurde, steht nicht in der Aussendung der FIM-Kommissare. Als Strafe darf Quartararo am Freitag erst nach 20 Minuten in das erste Freie Training einsteigen.

Quartararo legte Einspruch ein

Quartararo hat Einspruch gegen diese Entscheidung gelegt. Maximal bis 30 Minuten nach Bekanntwerden der Strafe darf Einspruch erhoben werden. Außerdem müssen 1.350 Euro hinterlegt werden. Wie der Einspruch ausgeht, ist zur Stunde noch offen.

Wie es genau zu dem unerlaubten Tuning gekommen ist, weiß er laut eigener Aussage nicht. Quartararo ist aber nicht der einzige Fahrer mit einer Strafe. Auch Moto3-Fahrer Sergio Garcia wurde wegen eines ähnlichen Vergehens zur gleichen Strafe verdonnert.

Yamaha nicht unbedingt Favorit in Jerez

Sportlich gesehen verlief der Testtag am Mittwoch für Quartararo positiv. Mit 1:37.911 Minuten wurde er nur hauchdünn von Maverick Vinales geschlagen. Ist Yamaha der Favorit für den Saisonauftakt? Quartararo macht sich bezüglich Rennpace Sorgen.

„Ich glaube nicht, dass wir sagen können, dass die Yamaha das beste Bike ist, denn die letzte WM wurde von Honda gewonnen. Wir wissen, dass unser Motorrad über eine Runde sehr schnell ist. Aber wenn Ducati, Honda und Suzuki vor uns fahren, verlieren wir unser Potenzial.“

Denn die Yamaha ist pfeilschnell, wenn die Fahrer eine freie Strecke haben und sie alle Vorteile der M1 ausspielen können. „Sie sind auf der Geraden schneller, wir in den Kurven. Es ist nicht so einfach. Ich glaube nicht, dass wir das Motorrad haben, dass es zu schlagen gilt.“

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18. Jul

„Aber es stimmt, dass Maverick auch bei diesem Test sehr schnell war. Wir müssen über unsere Pace nachdenken. Denn ich finde, sie ist sehr gut“, meint Quartararo. Im vergangenen Jahr hatte er in Jerez die erste Pole-Position seiner Karriere erobert.

Damals saß er noch auf einer etwas schwächeren Kunden-Yamaha, jetzt hat er die vollwertige aktuelle Werksmaschine zur Verfügung. „Als ich damals die Pole in Jerez geholt habe, hatte ich sechs Testtage, drei Grands Prix und viel mehr Übung.“

„Jetzt ist es mein erster Grand Prix mit dem neuen Motorrad. Okay, es ist mein zweites MotoGP-Jahr, aber ich habe nicht 20 Jahre Erfahrung. Ehrlich gesagt, es ist schwierig, auch wenn es nicht danach aussieht. Man muss sich rasch auf ein Motorrad einstellen, dass man nicht so gut kennt. Das ist ehrlich gesagt wirklich schwierig.“