Laut Franco Morbidelli ist es für Yamaha von Vorteil, dass er mit einer älteren Spezifikation unterwegs ist. Für ihn persönlich gilt das allerdings nicht: Er will für 2021 ein Upgrade.

Im Gegensatz zu Maverick Vinales, Valentino Rossi und Fabio Quartararo fährt Franco Morbidelli in diesem Jahr mit einer älteren Yamaha-Spezifikation. Speziell auf den Geraden hat der Italiener dadurch einen Nachteil. Trotzdem konnte „Franky“ in diesem Jahr zwei Rennen gewinnen.

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Mit seinem jüngsten Erfolg in Aragon ist er auch wieder im Rennen um den WM-Titel. Bei drei noch ausstehenden Grands Prix liegt Morbidelli in der WM-Wertung auf Rang vier. Sein Rückstand beträgt 25 Punkte. Ist das alte Motorrad daher gar kein so großer Nachteil?

„Für Yamaha ist es ein Vorteil, weil sie Daten vergleichen können“, erklärt Morbidelli. „Sie können sehen, wo das alte Motorrad besser ist und das neue Probleme hat – und natürlich umgekehrt. Für Yamaha ist es also besser. Aber nicht für mich persönlich.“

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Morbidelli: „Gut für Yamaha, nicht für mich“

„Sie können an Schwächen des neuen Bikes arbeiten. Ich weiß aber nicht, ob ich Schwächen des alten Motorrads verbessern kann. Wenn man drei neue und ein altes Motorrad hat, das auch schnell ist, ist das für Yamaha ein interessantes Paket.“

Auch Honda ist mit drei 2020er-Motorrädern sowie mit Takaaki Nakagami mit einer Vorjahres-Spezifikation unterwegs. Allerdings wechselt Honda die Strategie für nächstes Jahr und wird 2021 vier identische Bikes an den Start bringen.

Klammert man das Ducati-Kundenteam Avintia aus, werden im nächsten Jahr mit Ausnahme von Morbidelli alle mit aktuellen Motorrädern fahren. Die Motor-Entwicklung wurde aus Kostengründen als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie eingefroren.

Petronas-Pilot hofft 2021 auf Upgrade

Aber an vielen anderen Bereichen, wie Chassis und weiteren Details, darf gearbeitet werden. Langfristig könnte Morbidelli also einen Nachteil haben, wenn er auch 2021 mit seinem derzeitigen Bike weitermachen muss. Er wünscht sich ein Upgrade.

„Es ist noch nicht entschieden“, meint der Italiener über seine Spezifikation für das nächste Jahr. „Ich habe mit Razlan [Razali], Wilco [Zeelenberg] und Stiggy [Johan Stigefelt] gesprochen und habe ihnen meinen Wunsch für Weihnachten mitgeteilt.“

„Es hängt nicht nur von meiner Performance auf der Strecke ab, sondern auch von anderen Dingen. Aber natürlich beeinflusst meine Performance im Rennen, wie viele Anstrengungen das Team für mich unternehmen wird.“

Auch Vinales für Morbidelli-Upgrade

„Ich will kontrollieren, was ich kontrollieren kann und die beste Performance auf der Strecke zeigen. Damit das Team und Yamaha sehr genau über mein Motorrad für nächstes Jahr nachdenken.“ Sein zweiter Saisonsieg war diesbezüglich ein Statement.

Maverick Vinales würde sich wünschen, wenn auch Morbidelli mit dem gleichen Motorrad fahren würde: „Manchmal ist das schwierig zu verstehen. Auf manchen Strecken war Franco besser als wir. Deshalb wäre es mir lieber, wenn alle die gleiche Spezifikation hätten.“

„Wenn jemand schneller ist, kann man dadurch verstehen, warum. Franco würde sich das gleiche Motorrad verdienen. Für mich wäre es fantastisch, wenn Yamaha vier Werksfahrer mit vier identischen Bikes hätte. Dann könnten wir uns weiter verbessern, weil jeder Fahrer seinen Teil dazu beiträgt.“