Ab 15. Juni gibt es eine Veranstaltungslockerung für Events mit bis 1.000 Personen. In Misano hofft man infolge dessen auf weitere Lockerungen.

Nach den jüngsten Absagen wird erwartet, dass die Dorna den neuen Kalender für die MotoGP-Saison 2020 in dieser Woche veröffentlicht. Starten wird er in Jerez mit einem Doppelheader am 19. und 26. Juli. Voraus geht dem Saisonneustart ein Test am 15. Juli, damit sich die MotoGP-Teams und -Fahrer einstimmen können.

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Denn seit dem letzten Vorsaisontest in Katar im Februar waren sie an keiner Rennstrecke mehr. Der geplante Saisonauftakt fand aufgrund der Corona-Beschränkungen nur mit den kleinen Klassen statt. Danach stand die Motorrad-WM komplett still.

Ihre Wiederaufnahme wird hinter verschlossenen Türen stattfinden, doch es besteht die Hoffnung, dass sich das schon im Laufe der ersten Rennen ändern könnte. So spekuliert Misano darauf, seine Veranstaltung zumindest teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Die Rede ist von ein paar Tausend Fans.

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MotoGP in Misano wieder mit Fans an der Strecke?

„Die Möglichkeit, dass dies geschieht, liegt natürlich nicht in unseren Händen und hängt von der Zustimmung der Regierung ab“, sagt Andrea Albani, Geschäftsführer des Misano World Circuit. „Aber in dem Moment, in dem sich eine Gelegenheit bietet, würden wir alles tun, um sie zu realisieren.“

Ab dem 15. Juni soll es in Italien wieder die Möglichkeit geben, Veranstaltungen mit der maximalen Präsenz von 1.000 Personen abzuhalten. „Eine Zahl, die keinen Wert in Bezug auf ein Rennen hat“, weiß Albani, hofft jedoch auf eine weitere Lockerung.

„Wenn sich die Situation in den kommenden Monaten verbessert und es eine weitere Lockerung der Beschränkungen gibt, wäre die Hypothese realistisch, dass das Rennen mit einem Teil der Öffentlichkeit stattfindet“, sagt er. Die Priorität liege aber vor allem darauf, zwei Rennen zu organisieren, notfalls auch ohne Zuschauer.

Als Termine kommen dafür laut Albani der 13. und 20. September infrage. „Jemand sprach vom 6. September, in Wirklichkeit stand dieses Datum nie zur Diskussion. So gäbe es keine Kollision mit der Formel 1 in Monza, obwohl ich jetzt auch dort von einem zweiten Rennen höre“, gibt der Strecken-Manager zu bedenken.

Dorna konzentriert Saisongeschehen auf Europa

Für die Rückkehr zum Rennbetrieb unterliegt die MotoGP strengen Auflagen, sowohl medizinischer als auch logistischer Natur. Voraussichtlich nur 40 Personen werden für Werksteams und 25 für Satellitenteams zugelassen, zwölf in der Moto2 und Moto3. Vier Tage vor der Abreise müssen sich alle einem Corona-Test unterziehen.

Wie die Dorna am Montag ankündigte, soll die Saison 2020 bis Mitte November in Europa gastieren, um so viele Rennen wie möglich bestreiten zu können. Übersee-Veranstaltungen könnten erst danach stattfinden, sofern die Sicherheit gegeben ist.

Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta hofft, zumindest zwei außereuropäische Rennen austragen zu können. Wegen der hohen Reisekosten sind diese im Regelfall nur in Anwesenheit von Zuschauern möglich. Australien und Japan wurden jüngst abgesagt, am wahrscheinlichsten verbleiben Thailand und Malaysia im neuen Kalender.