Trotz seiner starken Rookie-Saison 2019 lässt sich Fabio Quartararo nicht unter Druck setzen – dennoch hat der Petronas-Youngster für 2020 hohe Erwartungen an sich selbst.

Die Zahlen, mit denen Fabio Quartararo seine Rookie-Saison in der MotoGP-Klasse beendet hat, sind inzwischen hinlänglich bekannt. Was sie allerdings nicht weniger beeindruckend macht.

Abgesehen von einem Renn-Sieg hat der junge Franzose im Sattel der Yamaha M1 des Petronas-Teams im Debüt-Jahr – sowohl für ihn selbst als auch für das Team – so ziemlich alles erreicht.

In den Qualifyings 2019 schaffte Quartararo sechs Pole-Positions und insgesamt 13 Starts aus der ersten Reihe. In den Rennen wurde er fünf Mal Zweiter, raste zudem zu insgesamt sieben Podestplätzen. Und war damit am Saison-Ende als Fünfter der Gesamtwertung mit Abstand bester Neuling in der Motorrad-Königsklasse.

MotoGP 2020: Spannung nach Sepang-Test

Quartararo: Erster MotoGP-Sieg war greifbar nah

An seinem ersten MotoGP-Sieg war Quartararo in seiner Rookie-Saison zwei Mal ganz knapp dran. Sowohl in Misano als auch in Buriram musste er sich Weltmeister Marc Marquez nur um wenige Zehntelsekunden geschlagen geben, nachdem er vom Honda-Star jeweils erst in der letzten Runde überholt worden war.

Für die Saison 2020 ist es nicht zuletzt Marquez, der Quartararo als einen Titel-Kandidaten auf der Rechnung hat. Doch der Petronas-Pilot selbst hält vor seiner zweiten Saison den Ball flach. „Ich finde, wir haben voriges Jahr eine richtig gute Rookie-Saison hingelegt. Und ich habe von vielen Piloten vieles gelernt. Ich will aber nicht sagen, dass ich für den Titel bereit wäre. Denn das bin ich nicht“, stellt Quartararo klar.

Stattdessen äußert der junge Franzose, der im April 21 Jahre alt wird, seine Erwartungen an die neue Saison dezent, aber durchaus optimistisch. „Ich denke, wir stehen vor einem Jahr, in dem ich ab Katar um die Top-Positionen mitkämpfen kann. Ich habe mehr Erfahrung und will die Fehler, die ich voriges Jahr gemacht habe, vermeiden.“

„Von Beginn an um Top-Positionen kämpfen“

Diese Fehler waren freilich extrem rar. Von Quartararos vier Ausfällen 2019 war einer auf einen technischen Defekt (Jerez) zurückzuführen. Ein anderer resultierte aus einem unverschuldeten Sturz (Phillip Island). Lediglich seinen Sturz auf dem Sachsenring, als er nicht zu 100 Prozent fit ins Rennen gegangen war, und den Start-Crash mit Andrea Dovizioso in Silverstone musste der Franzose auf seine Kappe nehmen.

„Mein Ziel ist es, mehr Rennen auf dem Podest zu beenden und bei mehr Rennen bis zum Schluss um den Sieg mitzukämpfen“, formuliert Quartararo seine Ziele für 2020. Und unterstreicht: „Ich werde nicht sagen, dass ich (die WM, Anm. d. Red.) mindestens als Zweiter abschließen werde. Aber sicherlich werden wir bei vielen Rennen um richtige gute Platzierungen kämpfen können.“

Diese Erwartungen formulierte Quartararo anlässlich der Bike-Präsentation des Petronas-Teams, die kurz vor Beginn des Sepang-Tests über die Bühne ging. Nach Abschluss der Test-Woche, in der er an jedem der drei Tage mit der schnellsten Zeit glänzte, ließ Quartararo noch verlauten, dass er vor allem noch an seinem Tempo auf Longruns arbeiten will.

Das Auftakt-Rennen der MotoGP-Saison 2020 steigt am 8. März auf dem Losail International Circuit in Katar. Zuvor findet vom 22. bis 24. Februar an gleicher Stelle der letzte Vorsaison-Test statt.