Andrea Iannone reagiert verbittert auf Höchststrafe, die ihm im Doping-Prozess auferlegt wurde. Aprilia sieht einen „beträchtlichen Schaden“. Es gibt drei mögliche Nachfolger.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat am Dienstag in der Berufungsverhandlung um die Doping-Affäre von MotoGP-Pilot Andrea Iannone gegen den Italiener entschieden. Den Argumenten der Berufung wurde nicht stattgegeben. Das gefällte Urteil ist die Höchststrafe: Vier Jahre Renn-Sperre für Iannone bis einschließlich 16. Dezember 2023. Die Strafe gilt rückwirkend ab dem 17. Dezember 2019.

Advertisement

Andrea Iannone reagiert auf das Urteil mit großer Verbitterung, aber auch mit Entschlossenheit, zurückzuschlagen. „Ich habe heute die größte Ungerechtigkeit erfahren, die ich mir jemals hätte vorstellen können. Sie haben mir das Herz herausgerissen und von meiner größten Liebe getrennt“, kommentiert er per Story auf seinem Instagram-Account.

Die Vorwürfe, wonach er gedopt habe, ergäben „keinen logischen Sinn“ und seien durch „inkorrekte Fakten ergänzt“, so Andrea Iannone. So verbittert der 31-jährige Italiener ist, so entschlossen ist er gleichzeitig, um zurückzuschlagen. „Es wird einen passenden Ort und Zeitpunkt dafür geben … Denn ich werde ganz sicher nicht aufgeben.“

Andrea Iannone will zurückschlagen

„Ich wusste“, so Andrea Iannone mit Blick auf den Prozess, „dass ich es mit einer mächtigen Instanz zu tun hatte. Aber ich hatte Hoffnung. Ich hatte auf intellektuelle Ehrlichkeit und die Entscheidung für die Gerechtigkeit gehofft.“

„Momentan leide ich so sehr wie ich es mir stärker nicht hätte vorstellen können“, so der Italiener, der es in der Königsklasse MotoGP auf 118 Rennen und einen Sieg (Grand Prix von Österreich 2016 für Ducati) gebracht hat.

„Wer auch immer versucht hat, mein Leben zu zerstören, wird bald verstehen, wie stark ich in meinem Herzen bin“, kündigt Andrea Iannone an. Und er verlässt sich in diesem Zusammenhang auf „die Kraft der Unschuld und allen voran ein reines Gewissen“. Sein Statement schließt er mit den Worten: „Eine Strafe kann die Ereignisse verändern, aber nicht den Menschen.“

Aprilia spricht von „beträchtlichem Schaden“

Aprilia-Boss Massimo Rivola kommentiert wie folgt: „Die Urteile werden respektiert und akzeptiert, auch wenn viele Elemente dieser Entscheidung selbst von einem rein wissenschaftlichen Standpunkt her rätselhaft sind. Wir bedauern es nicht, Andrea weiterhin so nahegestanden zu haben. Fakt ist, dass wir ihm auch jetzt noch nahestehen.“

„Diese Affäre hat mit ihrer langen Dauer beträchtlichen Schaden angerichtet für Aprilia Racing und unsere Strategien sowohl dafür als auch für die kommenden Saisons. Jetzt aber müssen wir nach vorn blicken. Wir haben die Pflicht, zügig eine hochrangige Lösung zu finden, die das mit Andrea begonnene Projekt fortführt und es uns ermöglicht, unser ganz klar erkennbares Wachstum fortzusetzen“, so Rivola.

Crutchlow, Bezzecchi, Rabat: Wer wird Iannone-Nachfolger?

Für die MotoGP-Saison 2021 gibt für die definitiv nicht mehr von Andrea Iannone gefahrene zweite Aprilia neben jener mit Aleix Espargaro mehrere Kandidaten. Während Andrea Dovizioso nicht mehr dazu zählt, weil er vor einem Jahr MotoGP-Pause steht, gelten Cal Crutchlow und neuerdings auch der aktuell noch in der Moto2-WM für VR46 fahrende Marco Bezzecchi als potenzielle Iannone-Nachfolger.

Abgesehen von Crutchlow und Bezzecchi könnte sich rein theoretisch auch für Tito Rabat die Möglichkeit ergeben, 2021 für Aprilia zu fahren. Bei Avintia-Ducati ist der Spanier trotz eines gültigen Vertrags außen vor. Das Team von Raul Romero und Ruben Xaus setzt in der MotoGP-Saison 2021 auf Luca Marini und Enea Bastianini, die derzeit beide genau wie Bezzecchi noch Moto2 fahren.

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Europa-GP