Als letzter MotoGP-Hersteller führte KTM kürzlich das Holeshot Device ein, musste aber noch am Feintuning arbeiten. Die Fahrer bewerten den Entwicklungsstand positiv.

KTM war der letzte der sechs in der MotoGP vertretenen Hersteller, der in dieser Saison das sogenannte Holeshot Device an seinen Motorrädern einführte. Beim Grand Prix von Le Mans kam die Starthilfe, mit der Ducati bereits 2018 debütierte, an den KTM-Maschinen zum Einsatz, dort allerdings nur in den Trainings.

Advertisement

Die Vorrichtung senkt den hinteren Teil des Motorrads mechanisch ab, um den Schwerpunkt zu senken. Das ermöglicht dem Fahrer, besser von der Linie zu starten, ohne dass das Vorderrad während der Beschleunigung abhebt. Alle anderen Hersteller haben ein ähnliches System für den Start, wobei Aprilia die Vorderachse absenkt.

Zuletzt bestätigte Miguel Oliveira von Tech 3: „Alle vier KTMs verfügen über das Holeshot Device. Wir haben es während der Trainings getestet und es scheint gut zu funktionieren. Von jetzt an sollten wir es ohne Probleme nutzen können.“

KTM-Fahrer sieht positive Zeichen

„Es ist seltsam, weil man auf Seiten der Elektronik das richtige Maß an Leistung und Anti-Wheelie-Kontrolle finden muss, um das Maximum herausholen“, räumt Oliveira ein. „Aber der erste Eindruck zeigt, dass wir damit um einiges schneller sind, wenn wir die Kupplung loslassen. Und das ist ein gutes Zeichen.“

Noch in Le Mans hatte sich der Tech-3-Pilot zurückhaltender geäußert. Man versuche noch, das System richtig zu verstehen, hieß es damals. „Das ist nicht so einfach. Es scheint sehr effektiv zu sein, das Bike am Start tiefer zu legen. Gleichzeitig müssen wir uns am ersten Bremspunkt wieder in der normalen Position befinden“, so Oliveira.

Weil es „ein bisschen gefährlich“ wäre, wenn das Motorrad nicht rechtzeitig in die gewöhnliche Position zurückgeht, benötige das Device noch ein gewisse Feinabstimmung, um ohne Komplikationen genutzt zu werden, lautete das erste Urteil.

Offenbar auch Holeshot 2.0 in Arbeit

Nun hat es offenbar die nötige Entwicklungsreife erreicht, um auch im Rennen zum Einsatz zu kommen. Um es wirklich routiniert und gewinnbringend anzuwenden, werden aber natürlich weitere Tests durchgeführt und Daten gesammelt. „Ich brauche noch ein paar mehr Gelegenheiten, es ausprobieren“, sagt etwa Brad Binder.

Wegen mehrerer Stürze und der schwierigen Bedingungen hatte der KTM-Pilot das System in Le Mans nur spärlich testen können, holte das aber in Aragon 1 nach. Dort deutete der Südafrikaner zudem an, dass KTM auch an der Weiterentwicklung des Holeshot Device gearbeitet hat, um es während der Fahrt anzuwenden.

Darauf angesprochen verrät Binder: „Während der Fahrt habe ich es noch nicht ausprobiert. Bisher war ich mit anderen Dingen beschäftigt. Aber für die Zukunft ist es sicher einen Versuch wert.“ Auch dieses Holeshot 2.0 hatte erstmals Ducati verwendet.

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Aragon-GP