Die Honda-Piloten sind mit ihrem Werkzeug aktuell zufrieden. Leon Haslam sieht gewaltige Fortschritte. Hinter seiner Zukunft hängt allerdings ein Fragezeichen.

Die beiden Renn-Wochenenden in Aragon waren die Bestätigung, dass Honda beim Fireblade-Projekt binnen weniger Wochen große Fortschritte erzielen konnte. Alvaro Bautista schaffte es am ersten Aragon-Wochenende aufs Podium. HRC-Teamkollege Leon Haslam erreichte beim zweiten Aragon-Event mit Platz vier sein bisher bestes Saisonergebnis und äußerte sich danach sehr zufrieden, was die Entwicklung der neuen Honda CBR1000RR-R Fireblade angeht.

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„Das Motorrad war noch nie so gut und konstant bisher“, freut sich Haslam. „Bei den vergangenen Renn-Wochenenden waren wir im Warm-up oder in einer Session schnell oder hatten ein Qualifying, das nicht schlecht lief. Aber wir konnten noch nie ein volles Rennen zusammenbringen. Es gab immer wieder limitierende Faktoren, einen Sturz oder irgendetwas anderes.“

„Das Fahren machte oft keinen Spaß“, gesteht Haslam. „Doch in diesem Rennen waren wir konstant. In den ersten Runden wurde ich durch Toprak Razgatlioglu aufgehalten. Dadurch verlor ich den Anschluss an die Top 3. Doch danach war unser Tempo gut. Ich fuhr mit Chaz Davies, der mit der Ducati auf dieser Strecke eine unglaublich gute Statistik hat. Ich bin sehr zufrieden.“

Teruel Round: Rennen 1

Warum Honda plötzlich vorne mitmischen kann

Aber warum ist Honda auf einmal so konkurrenzfähig? „Wir hatten hier einen guten Test nach dem Renn-Wochenende in Portimao. Wir testeten ein paar wirklich gute Teile, die wir bei den Rennen zuvor noch nicht hatten“, erklärt Haslam.

„Wir haben jetzt unsere Ausgangsbasis für das Motorrad gefunden. In Jerez und Portimao fühlte sich das Motorrad in jeder Runde anders an. Deshalb war es schwierig, 18 Rennrunden zusammenzubringen. Das Gefühl war immer anders, als ich erwartet habe. Doch an diesem Wochenende änderten wir kaum etwas am Motorrad. Es wurde von Session zu Session besser“, freut sich der HRC-Pilot.

Haslam nennt Stärken und Schwächen der Fireblade

Welche Stärken und Schwächen hat das neue Honda-Superbike im Vergleich zur Konkurrenz? „Beim Bremsen sind wir jetzt ziemlich stark. Das Motorrad verhielt sich sehr stabil. Ich kämpfte zuvor stark mit der Motorbremse, doch jetzt haben wir eine gute Basis und können das Motorrad besser abbremsen“, verrät Haslam.

Und in welchen Bereichen fehlt es noch? „Es mangelt uns im Moment noch ein bisschen an Erfahrungen für den Kurvenausgang. In manchen Kurven sind wir sehr stark, in anderen müssen wir die Balance nachjustieren. Alvaro kann das sehr gut meistern. Er verwendete in beinahe allen Rennen den weichen Reifen. Ich verwendete hier zum ersten Mal den SCX-Reifen im Rennen. Das ermöglichte mir ordentliche Fortschritte“, berichtet Haslam.

Macht Honda einen Schritt zurück, wenn die WSBK nur in Europa fährt?

Honda hat bisher noch nicht offiziell bestätigt, dass Haslam auch 2021 neben Bautista für das HRC-Werksteam antreten wird. Honda ist mit dem Briten zufrieden, der gern im Team bleiben möchte. Doch noch gibt es einige Fragezeichen, auch was die Meisterschaft an sich betrifft.

„Wir müssen noch genau verstehen, wie die Meisterschaft aussehen wird, ob es eine Weltmeisterschaft oder eine Europameisterschaft sein wird. Das ist der größte Faktor“, bemerkt Haslam. „Wenn es keine richtige Weltmeisterschaft ist und die Rennen nur in Europa stattfinden, dann ändert sich wirtschaftlich für alle sehr viel.“

„Ich fühle mich im Team sehr wohl. Das Team ist mit mir sehr zufrieden. Wir müssen abwarten, was in den kommenden Wochen passieren wird“, so der WSBK-Routinier. „Ich würde gern in dieser Meisterschaft weitermachen. Ich bin überzeugt, dass dieses Motorrad eine Siegermaschine sein wird. Das wird sehr bald der Fall sein.“

Haslam strebt bei den kommenden Events Podestplätze an

„Man sieht, welche Fortschritte wir innerhalb von drei Events machen konnten. Alvaro schaffte es bereits aufs Podium. Wir sind nah dran. Beim Kampf gegen Ducati, Kawasaki und Yamaha machen wir die nötigen Fortschritte“, stellt der Honda-Pilot fest.

„Wenn wir unser jetziges Paket richtig nutzen, können wir bei den kommenden Rennen ums Podium kämpfen“, ist Haslam überzeugt. „Das war einer der schwierigsten Kurse hier. Ich schaffte es hier noch nie aufs Podium, was mir auf allen anderen Strecken aber schon gelang. Ich bin sehr froh, auf dieser Strecke diese Ergebnisse erzielt zu haben. Alvaro war hier schon immer sehr schnell. Vor einem Jahr gewann er hier beide Rennen mit 18 Sekunden Vorsprung. Ich bin sehr froh, dass ich hier so nah an ihm dran war.“