Marc und Alex Marquez beenden ersten MotoGP-Testtag in Sepang nur auf den Plätzen zwölf und 13 – der Weltmeister tut sich mit seiner lädierten Schulter schwerer als erwartet.

Schon vor Beginn des ersten MotoGP-Testtages in Sepang hatte Weltmeister Marc Marquez gewarnt, dass er nach seiner Schulter-Operation Ende November wahrscheinlich nur zu 70 Prozent fit sein würde. Nach 37 Runden auf dem Sepang International Circuit und Platz zwölf im Klassement stand er zu seinem Befinden Rede und Antwort.

„Ich bin froh, wieder zurück auf dem Motorrad zu sein. Aber gleich im ersten Run fühlte ich mich schlechter als erwartet“, gestand Marquez, der als beste persönliche Rundenzeit 1:59,676 Minuten fuhr. Damit fehlten ihm 0,731 Sekunden auf die Tages-Bestzeit, aufgestellt von Fabio Quartararo (1:58,945/Petronas-Yamaha).

Der Spanier gab zu: „Am Anfang hatte ich noch gute Energie. Aber dann musste ich einen Gang zurückschalten, sonst hätte ich den Tag nicht überstanden. Ich versuchte, einen Rhythmus zu finden und ein paar Dinge auszuprobieren. Es ist ein guter und wichtiger Test, um mich langsam wieder heranzutasten auf dem Bike.“

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Marc: Schmerzen sind nicht schlimmer geworden

Beim Test-Programm des Honda-Piloten hatte man sich bereits auf Einschränkungen eingestellt. „Der Plan für heute war es, um die 30 bis 35 Runden zu fahren und sich morgen auf 45 Runden zu steigern. Wir haben ein wenig damit gerechnet. Aber tatsächlich hatte ich in mehr Bereichen zu kämpfen, als ich es erwartet habe.“

Das Positive aber sei, „dass die Schulter vom Beginn bis zum Schluss mehr oder weniger stabil war“, analysierte Marquez. „Ich habe jetzt am Nachmittag nicht mehr Schmerzen als vorher. Das war im Vorjahr noch anders. Es fehlt noch an Kraft, aber wir müssen geduldig sein.“ Bereits im Winter 2018 hatte sich der MotoGP-Dominator einer Schulter-OP unterzogen – damals links.

Sein Bruder und neuer Teamkollege Alex Marquez klassierte sich am Freitag direkt hinter ihm. Mit einer Zeit von 1:59,918 Minuten war er nur 0,242 Sekunden langsamer. Bereits beim Shakedown vor wenigen Tagen spulte der Rookie seine ersten Kilometer des Jahres auf einem MotoGP-Bike ab und zieht nun den Vergleich.

Tracklap: Onboard am Sepang Circuit

MotoGP-Rookie Alex mit Fahrstil zufrieden

Fuhr er damals „nur“ gegen die Testfahrer der Teams, ist nun das komplette Feld vertreten. Für den jungen Marquez ein Pluspunkt: „Es ist eine gute Gelegenheit, von ihnen zu lernen. Egal, um welchen Fahrer oder um welches Bike es sich handelt: Ich versuche immer, mir etwas abzuschauen. Zudem ist der Grip jetzt besser als beim Shakedown.“

Am Freitag habe er sich vor allem darauf konzentriert, Fahrstil und Linien-Wahl zu verbessern. „Die Moto2 war in diesem Punkt eine gute Schule für mich. Auch wenn ich meinen Stil anpassen musste“, sagte Marquez. Er resümiert: „Es gibt noch viel zu tun. Aber der natürliche Fahrstil, den ich jetzt habe, passt schon sehr gut.“

Wo er im Vergleich zur Konkurrenz steht, sei dennoch schwer einzuschätzen. Denn: „Man weiß nicht, ob die Top-Leute wirklich pushen. Überhaupt sind die Test-Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig. Insofern müssen wir bis zum Großen Preis von Katar abwarten. Dort wird sich die Realität zeigen“, warnte der Rookie vor voreiligen Schlüssen.

Crutchlow muss Testarbeit von Marquez übernehmen

Große technische Innovationen kamen am ersten Testtag bei Honda nicht zum Einsatz. „Wir versuchen immer, das Motorrad im Ganzen zu verbessern. Damit haben wir schon in Misano und Valencia im letzten Jahr begonnen. Es geht oft um kleine Dinge, die aber das komplette Motorrad betreffen“, verriet Alberto Puig.

Über seine beiden Stammfahrer sagte er Teammanager: „Es ist nicht einfach. Denn es ist nur der erste Tag, und Marcs Verfassung ist nicht so gut. Er absolvierte deshalb nicht so viele Runden. Alex hat noch nicht so viel Erfahrung mit dem Motorrad. Für ihn ist es wichtig, erstmal so viele Kilometer wie möglich zu machen.“

Umso mehr kommt es auf LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow an, der für den angeschlagenen Marquez einige Testarbeit übernehmen soll. „Wir sind froh, dass Cal uns hilft und viele Dinge ausprobiert, die Marc im Moment nicht ausprobieren kann. Es geht um verschiedene Dinge am Motor. Jeder testet unterschiedliche Konfigurationen“, so Puig.

Honda RC213V schon besser fahrbar als im Vorjahr?

Crutchlow selbst betonte am Freitag: „Ich habe eine lange Liste von Dingen, die ich testen muss. Da hat der Regen heute nicht wirklich geholfen. Aber es gibt ja noch drei andere Honda-Fahrer.“ Danach gefragt, ob sich die Fahrbarkeit der RC213V bereits verbessert habe, konstatiert der Brite: „Das ist im Moment schwer zu sagen.“

„Es gibt noch so viele Dinge, die wir ausprobieren müssen und können. Heute war gewissermaßen nur ein erster Shakedown. Im Grunde genommen bin ich das Vorjahrs-Bike gefahren, um eine Referenz zu haben. Insgesamt haben wir drei Motorräder in der Garage. Sie zu vergleichen, beansprucht entsprechend Zeit.“