Honda dominiert seit Jahren die MotoGP, weil Marc Marquez sie dominiert. Doch Teammanager Alberto Puig betont: „Wir haben auch mit anderen Titel gewonnen.“

In der MotoGP-Saison 2019 hat Marc Marquez nicht nur seinen sechsten Titel in der Königsklasse und den achten WM-Titel insgesamt errungen, sondern sich auch zum erfolgreichsten Honda-Fahrer aller Zeiten gekürt. Dass der Hersteller die Triple Crown feiern durfte, ist vor allem dem Spanier zu verdanken.

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Die ewige Bestenliste von Honda führt Marquez fast ausnahmslos an. Bei den meisten Titeln zog er mit Jim Redman gleich, der ebenfalls auf sechs Titel mit Honda kommt. Mick Doohan wurde von Marquez mit 56 Renn-Siegen auf Rang zwei (54) verdrängt. Und auch in Sachen Pole-Positions liegt er vorn, hier steht es aktuell 62 zu 58.

Die meisten Podien mit Honda kann zwar noch Dani Pedrosa (112) verzeichnen. Doch Marquez liegt mit Doohan an zweiter Stelle nur dicht dahinter – beide kommen auf 95 Podestplätze. Bei den schnellsten Rennrunden liegt wieder Marquez mit 56 vor Doohan (46). In dem Spanier hat Honda also seinen Meister gefunden.

Puig stichelt gegen Yamaha und Ducati

Aber ist das Fluch und Segen zugleich? Denn außer Marquez war 2019 kein anderer Honda-Pilot siegfähig. Das war zuletzt im zweiten Saison-Rennen 2018 der Fall, als Cal Crutchlow in Argentinien den wohl verrücktesten Grand Prix des Jahres gewann und sogar kurzzeitig die WM anführte. Doch das war nur ein kurzes Strohfeuer.

Auf den Umstand angesprochen, nur mit Marquez zu gewinnen, zeigt sich Honda-Teammanager Alberto Puig unbeeindruckt. „Zuerst einmal denke ich, das ist keine Tatsache, sondern nur eine Idee. Tatsache ist, dass Honda in den letzten 18 Jahren den Titel zehn Mal mit vier oder fünf verschiedenen Fahrern gewonnen hat.“

Bei Yamaha seien es hingegen nur zwei Fahrer gewesen, bei Ducati gar nur einer. „Anhand dieser Fakten können wir also sagen, dass das am einfachsten zu fahrende Motorrad die Honda ist. Weil sie mit vielen Fahrern die Meisterschaft gewonnen hat“, findet Puig. Kritik oder Zweifel daran lässt er nicht gelten.

Honda-Siege nicht nur mit Marc Marquez

„Ich weiß nicht, was die anderen Teams sagen. Aber das ist uns nicht so wichtig. Die Spitzen-Leistung eines Teams macht sich nicht nur am Motorrad oder dem Fahrer fest. Es ist die gesamte Struktur. So hat jedes Team seinen eigenen Weg und muss versuchen, sein Bestes zu geben“, erklärt der Teammanager.

Dass die Konkurrenz mitunter neidisch auf Ausnahme-Talent Marquez blickt, ist Puig durchaus bewusst. Trotzdem sagt er: „Wenn wir diese Fahrer haben, haben wir sie. Und andere Teams können versuchen, sie zu bekommen. Ich glaube nicht, dass das ein entscheidender Aspekt ist.“

Denn ohne seine Leistung zu schmälern, sei es nicht nur der Faktor Marquez. „Mit Blick auf die Geschichte der Meisterschaft hat Honda viele Titel mit verschiedenen Fahrern gewonnen. Ich kann Rossi, Hayden, Marc, Casey nennen“, betont Puig. „Es ist also keine Tatsache“, dass Honda nur mit Marquez siegfähig sei.