Marc Marquez verrät, dass auch sein Bruder Alex bei Honda auf der Liste steht – Alberto Puig legt sich aber (noch) nicht auf einen Lorenzo-Nachfolger fest.

Mit der Rücktritts-Erklärung von Jorge Lorenzo ist klar, dass das prestigeträchtige Repsol-Team für die Saison 2020 einen neuen Fahrer braucht. Wer wird nächstes Jahr also Teamkollege von Marc Marquez? Die Auswahl scheint auf einen kleinen Kreis beschränkt zu sein. Cal Crutchlow, Johann Zarco oder Stefan Bradl könnten Kandidaten sein. Aber auch der Name Alex Marquez wurde schon ins Spiel gebracht – bei LCR oder im Werksteam?

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„Mein Bruder ist Moto2-Weltmeister und natürlich auf der Liste“, sagt Marc Marquez selbst, als er auf die Gerüchte rund um seinen jüngeren Bruder angesprochen wird. Alex Marquez hat für das nächste Jahr einen Vertrag mit dem Moto2-Team Marc VDS. Sollte ein MotoGP-Team anklopfen, dann gibt es in der Regel Ausstiegsklauseln. Ein kurzfristiger Wechsel sollte also theoretisch kein Problem sein.

„Aus meiner Sicht können sie sich zwischen zwei verschiedenen Strategien entscheiden“, meint Marc Marquez weiter. „Entweder nehmen sie jemanden mit Erfahrung, oder sie ermöglichen einem jungen Fahrer diese Chance. Das ist das Fragezeichen. Aber es ist nicht meine Sache und nicht meine Entscheidung. Und ich werde nie eine Entscheidung zu forcieren versuchen.“

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Marc für oder gegen seinen jüngeren Bruder?

Gerüchte im Fahrerlager besagen übrigens schon seit Monaten, dass sich Marc Marquez nicht unbedingt dafür aussprechen würde, wenn sein jüngerer Bruder auch eine MotoGP-Honda fahren würde. Denn die Erwartungshaltung und die Vergleiche könnten Alex auf dem gleichen Bike zu sehr unter Druck setzen – vor allem vonseiten der spanischen Medien.

„Mein Bruder hat die Aufgabe zu zeigen, dass er hart arbeitet, um sich in Zukunft einen MotoGP-Platz zu verdienen.“ Wo, das lässt Marc Marquez offen. Die Entscheidung liegt letztendlich bei Honda-Teammanager Alberto Puig respektive bei HRC-Präsident Yoshishige Nomura. Eine kurzfristige Lösung gibt es nicht. „Offensichtlich nicht, weil das erst heute passiert ist“, sagt Puig nach Lorenzos Pressekonferenz.

In den Tagen nach dem Grand Prix von Malaysia hat Lorenzo das Honda-Team und seine engsten Vertrauten über seine Entscheidung informiert. „Wir müssen jetzt anfangen nachzudenken. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir schlafen. Wir denken nach. Aber momentan haben wir noch keine klare Antwort“, sagt Puig zur Fahrerwahl.

Puig: „Alex Marquez ein möglicher Kandidat“

Der Spanier lässt sich nicht in die Karten schauen, als er nach den Namen Zarco und Alex Marquez gefragt wird. „Möglich ist vieles“, lautet seine Antwort. „Es gibt mehr Fahrer als diese. Ich möchte aber keine Namen nennen, denn die Neuigkeit ist erst vor wenigen Stunden passiert. Es wäre sehr voreilig, News zu verbreiten. Aber ja, diese beiden genannten Namen sind mögliche Kandidaten. Es gibt aber auch andere Jungs. Wir müssen das analysieren.“

Das Problem für Honda ist, dass die Saison 2020 schon kommende Woche beginnt. Am Dienstag und Mittwoch finden in Valencia die ersten Testfahrten statt, wo der Prototyp für das kommende Jahr getestet und weiter evaluiert werden soll. Stand Donnerstag kann Honda nur Marc Marquez und Cal Crutchlow aufbieten. Denn der LCR-Vertrag mit Zarco endet Sonntagabend nach dem Rennen.

„Es ist kein dramatisches Problem“, versucht Puig zu beruhigen, als er auf den Test angesprochen wird. „Wir haben einen Fahrer, der Rennen gewinnt. Er wird das Motorrad ausprobieren. Es ist wichtig, dass Marc den neuen Prototypen probiert. Aber natürlich wäre es besser, wenn wir zwei Fahrer auf dem Motorrad hätten – versteht mich nicht falsch. Es ist aber kein Chaos, wenn wir nur einen Fahrer haben. Wahrscheinlich wird Stefan (Bradl, Anm. d. Red.) auch beim Test mit dabei sein.“