Kehrt Aprilia-Pilot Andrea Iannone womöglich zu Pramac-Ducati zurück? Glaubt man Teamchef Francesco Guidotti, ist diese Option scheinbar durchaus denkbar.

2013 debütierte Andrea Iannone in der MotoGP, fuhr zwei Jahre lang für Ducatis Partner-Team Pramac. Ein Podestplatz gelang dem Italiener dabei zwar nicht. Doch dank einiger überzeugender Auftritte wurde er 2015 ins Werksteam befördert. Aktuell ist die Zukunft von Iannone aber offen – seine Doping-Sperre gilt bis Mitte 2021.

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Trotzdem will Aprilia am „Maniac“ festhalten, hat ihm bislang den Rücken gestärkt. Sollte aber der Einspruch gegen das Urteil vor dem Internationalen Sportgerichtshof abgewiesen werden, müsste sich Aprilia für nächstes Jahr nach einem anderen Fahrer umsehen. Könnte Iannone in Zukunft wieder bei seinem Ex-Team Pramac unterkommen?

„Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf junge Leute. Und Andrea wäre dann über 30“, gibt Pramac-Teamchef Francesco Guidotti bei ‚Sky Sport Italia‘ zu Bedenken. Doch er sagt auch: „Aber prinzipiell lieben wir ihn. Sollten wir in einer Situation sein, in der wir einen Fahrer suchen und er ein Motorrad, dann könnte das passieren.“

Iannone-Rückkehr: „Niemand verbietet uns das“

„Iannone war zwei Jahre bei uns. Damals war die technische Situation sehr schwierig“, erinnert Guidotti. 2013/14 war Ducati noch nicht siegfähig, zudem musste Iannone zunächst mit einem älteren Bike fahren. Aktuell hat Pramac die gleichen Motorräder wie das Werksteam zur Verfügung. Der Austausch mit den Ducati-Technikern ist dementsprechend eng.

„Sagen wir so: Der Wunsch, gemeinsam Rennen zu fahren, ist nicht komplett vorbei. Weil wir gemeinsam keinen Podestplatz geschafft haben“, sagt Guidotti über Iannone. „Der Wunsch, etwas gemeinsam zu machen, ist immer noch vorhanden. Sollte das jemals passieren und die Umstände passen, dann verbietet uns das niemand.“

Zumindest theoretisch muss sich Pramac für 2021 neue Fahrer suchen. Denn die Verträge mit Jack Miller und Francesco Bagnaia laufen Ende 2020 aus. Wobei das Kundenteam zunächst auf die Entscheidung von Ducati warten muss. Denn falls es eine Änderung im Werksteam gibt, hätten Miller und Bagnaia gute Chancen.

Beide Pramac-Piloten nach 2020 noch ohne Vertrag

„Es ist zu früh, um irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Auch die Fahrer wissen, dass sie warten müssen“, so Guidotti. „Wir versuchen, dass wir ihren Verdienst nicht reduzieren müssen. Ihr Einkommen hängt von den Bildrechten und der Performance auf der Strecke ab. Erst am Jahres-Ende werden wir wissen, ob es Einsparungen geben wird.“

Denn es geht nicht nur um mögliche Gehaltskürzungen in den kommenden Monaten, sondern auch um die Entlohnung im nächsten Jahr. Deshalb meint Guidotti: „Jene Fahrer, die schon im Januar ihre Verträge verlängert haben, haben den Jackpot getroffen.“ Nun hängt alles davon ab, ob und wann in diesem Jahr die Saison beginnen wird.

Im Fahrermarkt ist derzeit keine Bewegung. „Momentan ist das nur Theorie, ob jemand wechselt und es freie Plätze gibt. Ich denke an Yamaha und Quartararo. Wenn sich aber nichts tut, dann besteht die Möglichkeit, dass wir unsere Fahrer bestätigen werden.“ Denn 2021 könnte in der Praxis eigentlich die Saison 2020 sein.