Jonas Folger wollte es noch einmal wissen: In der IDM wollte er 2020 nach dem Titel greifen. Jetzt aber steht die Saison vorerst still – doch seine Hoffnung auf ein Renn-Comeback lebt.

2020 wollte Ex-MotoGP-Pilot Jonas Folger sein großes Renn-Comeback in der Internationalen Deutschen Motorrad-Weltmeisterschaft geben. Doch auch die IDM ist vor den Auswirkungen der Corona-Krise nicht gefeit und befindet sich im Warte-Modus. Ob und wann es losgehen kann, ist aktuell noch völlig unklar.

Advertisement

Für Folger ist das doppelt bitter. Denn noch konnte er sein neues Team und die Yamaha R1, die er in der IDM-Saison 2020 pilotieren wird, nicht kennenlernen. Ein geplanter Test in Spanien musste abgesagt werden. Nun sitzt der Deutsche gewissermaßen auf heißen Kohlen. „Jetzt ist schon so viel Zeit vergangen. Und es wird nicht leichter.“

Für ihn sei es ein kompletter Neuanfang, verrät der Bayer. „Ich kann nicht abschätzen, wie hoch das Level ist, und wo auch ich bin. Ich glaube, das wird sich im ersten Rennen herausstellen. Ich bin ein Jahr für Yamaha Tests, aber keine Rennen gefahren – außer Moto2. Das ist doch etwas anderes.“

Homeoffice: Loris Baz in den Schweizer Alpen

WSBK: Was wird aus den geplanten Folger-Wildcards?

2019 absolvierte Folger neben seinem Testfahrer-Job für das MotoGP-Werksteam von Yamaha auch fünf Starts in der Moto2. Für die IDM nimmt er sich viel vor: „Die Strecken kenne ich teilweise nicht. Also wird es mit Sicherheit kein Kinderspiel. Aber das Ziel des Teams und von mir ist, dass ich die Meisterschaft gewinne – ganz klar.“

Zudem richtet der 26-Jährige seinen Fokus auf die geplanten Wildcard-Einsätze in der WSBK. Assen, Barcelona und Oschersleben sollten es werden, doch auch hier hat Corona zu Verschiebungen geführt. Trotzdem hofft Folger, dass es noch klappt. Und er „einfach zeigen kann, was ich noch drauf habe in einer Weltmeisterschaft“.

Zu Hause hält er sich momentan mit Gärtnern und auf der Fahrradrolle fit. Mit dem Trainings-Programm Zwift legt er bis zu 350 Kilometer pro Woche zurück. Aber natürlich würde er lieber auf seine Rennmaschine steigen. Weil das im Moment nicht geht, nimmt sich Folger ein Beispiel an seinen ehemaligen MotoGP-Kollegen.

Virtuelle MotoGP-Rennen: Folger rüstet auf

Sie duellierten sich bereits in zwei virtuellen Grands Prix. „Es hat echt witzig ausgeschaut“, sagt Folger. „Bei mir ist das Problem: Ich hatte nur eine PlayStation 3 zu Hause und das ist nicht der neueste Stand. Ich glaube, die spielen alle auf einer PlayStation 4.“ Deshalb rüstete der Deutsche auf und will nun auch mitmischen.

„Jetzt muss ich mir nur noch MotoGP holen und dann üben. Wer weiß, vielleicht kann ich ja mal mitfahren. Ich werde auf alle Fälle Rennen fahren, mit Marcel (Schrötter) oder Jesko (Raffin, Anm. d. Red.).“ Mit ihnen trainiert der 27-Jährige auch oft im richtigen Leben. „Vielleicht vergeht dann die Zeit noch ein bisschen schneller.“

Wann der Rennbetrieb weitergehen kann, dazu wagt der Bayer keine Prognose. „Ich hoffe einfach, dass sich schnell was ändert. Und wenn wir nur ein Rennen fahren, dann ist das eben so. Aber besser als keins. Ich hoffe, dass wir dieses Jahr noch zum Fahren kommen. Damit ich meine Truppe und die IDM-Strecken kennenlernen kann.“

Was seine finanzielle Situation angeht, verrät Folger noch: „Ich bin angestellt, und das momentan auf Kurzzeit. Da kann ich von Glück reden, dass ich monatlich noch ein Einkommen habe und abgesichert bin. Besser als gar nichts. Es gibt genug Leute, die selbstständig sind und dann einfach einen kompletten Nuller schreiben.“