Iker Lecuona steigt 2020 beim Tech-3-KTM-Team in die MotoGP auf – diese Ratschläge haben Top-Stars wie Marc Marquez oder Valentino Rossi für den Spanier.

Iker Lecuona geht in der MotoGP-Saison 2020 für das Tech-3-KTM-Team in der MotoGP an den Start. 53 Moto2-Rennen hat der Spanier in seiner Karriere bisher bestritten. Je einmal Platz zwei und drei waren dabei Lecuonas beste Ergebnisse. Aktuell liegt der 19-Jährige auf Platz elf in der Moto2-Gesamtwertung.

Advertisement

„Natürlich bin ich sehr glücklich, dass ich diese Chance bekomme“, sagt Lecuona zu seiner Beförderung. „Für mich ist es verrückt, hier mit Marc oder Valentino zu sein. Als Kind habe ich sie im Fernsehen verfolgt und gesagt: ‚Ich will gegen sie fahren‘. Und jetzt wird das möglich. Ich bedanke mich bei KTM und bei Herve Poncharal für die Möglichkeit, in die MotoGP zu kommen.“

Offiziell wurde die Neuigkeit am Donnerstag vor dem Australien-GP auf Phillip Island. Beschlossen wurden die Fahrerwechsel von KTM bereits am vergangenen Wochenende in Japan. Am Freitag in Motegi wurde Miguel Oliveira darüber informiert, dass Brad Binder doch nicht sein Teamkollege wird. Der Südafrikaner wird ins Werksteam geholt. Stattdessen wird Lecuona bei Tech 3 fahren.

Oliveira: „Ein überhasteter Zug“

Was meint der Portugiese über Lecuona? „Ich denke, es war ein überhasteter Zug. Er ist sicherlich ein schneller Moto2-Fahrer, das hat er schon ein paar Mal gezeigt. Aber ich denke, das wurde jetzt erzwungen“, meint Oliveira. „Das war nie der ideale Plan von KTM und für das gesamte Projekt. Aber vielleicht wird er im nächsten Jahr eine positive Überraschung und auf der KTM schnell sein.“

Im Tech-3-Team hat Lecuona keinen Druck. Er kann sich in Ruhe entwickeln und die Motorrad-Königsklasse kennenlernen. Außerdem hat das Tech 3 viel Erfahrung mit jungen Piloten. Das Team ermöglichte schon vielen Talenten, den Schritt zu machen und sich in der MotoGP zu etablieren. Und weil Lecuona seit zwei Jahren in einem KTM-Moto2-Kundenteam fährt, bestand der Kontakt zwischen beiden Seiten.

„Ratschläge sind natürlich schwierig“, sagt Weltmeister Marc Marquez zur Beförderung seines Landsmanns. „Er ist ein junger Fahrer und hat nicht so viel Erfahrung in der Weltmeisterschaft. Aber KTM gibt ihm diese Chance, weil sie bei ihm etwas erkennen. Es wird sicherlich interessant werden, seine Fortschritte zu sehen. Tech 3 ist ein Team mit viel Erfahrung. Er wird keinen Druck haben und soll es genießen und lernen.“

Rossi: „Es ist auch nur ein Motorrad“

Auch Valentino Rossi bewertet die Situation von Lecuona ähnlich. „Die MotoGP ist einerseits ganz anders, aber andererseits ist es auch nur ein Motorrad. Er muss sich die Zeit nehmen und das Bike verstehen. Das Limit ist mit diesen Motorrädern höher. Es gibt mehr Grip und man kann mehr attackieren. Vielleicht ist es besser, wenn man Quartararo nach Ratschlägen für einen Rookie fragt.“

Und welchen Tipp gibt es von Fabio Quartararo? „Ich habe selbst nicht so viel Erfahrung. Der erste Test war sehr seltsam. Man kontrolliert nicht das Motorrad, sondern das Motorrad kontrolliert dich. Der erste Test wird für ihn nicht einfach. Weil man in den ersten Runden überhaupt nicht weiß, wie man dieses Motorrad fahren soll. Er muss sich die Zeit nehmen. Es ist nicht einfach, mit einem MotoGP-Bike schnell zu fahren.“