Joan Mir ist Suzukis erster WM-Spitzenreiter seit 20 Jahren. Er will sich vom Blick auf die Punkte aber nicht ablenken lassen. Mit seinem Aragon-Rennen ist er nicht ganz happy.

Während Teamkollege Alex Rins den Aragon-Grand-Prix am Sonntag gewonnen hat und damit für den ersten MotoGP-Saisonsieg 2020 für Suzuki gesorgt hat, ist Joan Mir nach Platz drei im Rennen der erste Suzuki-Pilot seit 20 Jahren, der die Gesamtwertung der Königsklasse der Motorrad-WM anführt.

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In der 500er-Saison 2000 – zwei Jahre vor Einführung der MotoGP-Ära – errang Kenny Roberts Jr. den WM-Titel für Suzuki. Nun ist es Joan Mir, der nach aktuellem Stand der Dinge die besten Chancen auf den WM-Titel hat. Aber vier Rennen sind in der extrem unterhaltsamen Saison noch zu fahren.

Dass sich das Blatt noch wenden kann, weiß auch Joan Mir: „Es stimmt, dass wir sehr konstant sind. Und das ist in dieser Saison wohl das Schwierigste. Wenn ein Bike perfekt funktioniert, ist es sicherlich einfacher, immer auf das Podium zu fahren. Worauf es in dieser Saison ankommt: Dass man auch dann gute Ergebnisse einfährt, wenn man mal Probleme hat. Ich glaube, das ist mir bei den bisherigen Rennen ganz gut gelungen. Auf die WM schaue ich aber nicht großartig. Ich gehe es einfach Rennen für Rennen an.“

Joan Mir wartet weiter auf ersten Sieg in der MotoGP

Auf seinen ersten MotoGP-Sieg wartet Mir noch. Aber mit fünf Podestplätzen bei den sieben zurückliegenden Rennen seit Spielberg 1 ist der Moto3-Weltmeister von 2017 der konstanteste Pilot. Nun, da er in seiner zweiten MotoGP-Saison erstmals die WM-Führung übernommen hat, liegt er sechs Punkte vor dem dreifachen Saisonsieger Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha).

„Meine Herangehensweise an die Rennen werde ich ganz sicher nicht ändern“, beteuert Joan Mir. „Ich werde einfach so weitermachen und versuchen, in jedem einzelnen Rennen so viele Punkte wie möglich mitzunehmen und auch mal zu gewinnen. Auf den WM-Stand schauen dann am Ende. Dann werden wir sehen, wo wir stehen.“

„Ich glaube aber schon“, so Joan Mir weiter, „dass wir den Vorsprung, den wir momentan haben, verteidigen können. Wie schon gesagt, glaube ich, dass ich in dieser Saison der konstanteste Fahrer bin. Was die WM betrifft, werden wir uns bei den letzten zwei Rennen den Stand anschauen und dann einen Plan aufstellen.“

Mit Aragon-Rennen nicht ganz zufrieden

Mit seiner Fahrt auf den dritten Platz beim Aragon-Grand-Prix ist der neue WM-Spitzenreiter aber nicht ganz zufrieden: „Vom Rennen selber bin ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht. Ich hatte mir für die Schlussphase ein bisschen mehr ausgerechnet. Denn ich hatte den [weichen] Hinterreifen in der ersten Hälfte des Rennens eigentlich gut geschont.“

„Dann bekam ich aber Probleme mit der linken Flanke des Reifens, weil es wärmer war als gedacht“, berichtet Joan Mir. Und er kommt zum Schluss: „Letzten Endes haben wir diesen Reifen bei diesen Bedingungen wohl einfach nicht gut genug gemanagt. Es war nicht mein Tag, aber ich freue mich trotzdem, dass es für einen Podestplatz gereicht hat.“

Das Rennen der MotoGP: Grand Prix of Aragon