Jonathan Rea wundert sich, warum Alvaro Bautista die „Traum-Ehe“ mit Ducati so schnell beendete – für den WSBK-Champion ist der riskante Honda-Wechsel eine gute Nachricht.

Vor knapp einem Jahr eroberte Alvaro Bautista die Superbike-WM zunächst im Sturm. Dann aber warf er durch eine Reihe von Stürzen den schon sicher geglaubten WSBK-Titel doch noch weg. Prompt gab Ducati wenig später die Trennung beider Seiten zum Saison-Ende bekannt. Bautista hatte sich ohnehin schon mit Honda geeinigt. Für WSBK-Champion Jonathan Rea aus sportlicher Sicht eine gute Nachricht. Denn sein größter Rivale hatte sich für einen riskanten Wechsel entschieden.

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„Irgendetwas lief da hinter den Kulissen ab. Denn es wirkte eigentlich wie eine Traum-Paarung“, grübelt Rea. Und wundert sich, warum Bautista die vielversprechende Ehe mit Ducati so schnell beendete.

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Rea: „Alvaro ist uns um die Ohren gefahren“

„Man muss sich nur anschauen, was er vollbracht hatte. Es spielt keine Rolle, wie gut man ist. Denn er kam aus der MotoGP und fand ein komplett anderes Motorrad vor. Das Bike muss sich völlig neu angefühlt haben für ihn. Und die Reifen waren ja auch komplettes Neuland. Trotzdem ist er uns in den ersten Rennen um die Ohren gefahren“, erinnert sich Rea.

Insider sehen vor allem im deutlich besseren Gehalt für Bautista den Grund für den riskanten Wechsel. „Mein Management hat beinahe jedes Jahr mit Ducati gesprochen. Ich weiß also, wie gut das Paket ist, das Chaz (Davies) vereinbart hat. Er bekommt den Großteil des Budgets.“

Fühlte sich Bautista von Ducati nicht wertgeschätzt?

„Alvaro fühlte sich scheinbar nicht richtig wertgeschätzt, weil er nur den Rest des Fahrer-Budgets abbekam. Und dann kam Honda mit einem lukrativen Angebot auf ihn zu“, sagt Rea. „Wenn man irgendwo ein HRC-Logo draufklebt und sie klarstellen, dass sie es ernst meinen, denkt man zwangsläufig, dass sie es auch hinbekommen. Vielleicht wird das nicht gleich 2020 passieren. Aber ich glaube, dass sie ernsthaft versuchen werden zu gewinnen. Es war also keine so schlechte Entscheidung.“

Rea selbst pilotierte mehrere Jahre ebenfalls eine Honda. Von 2009 bis 2014 holte der Nordire 15 Laufsiege, wurde 2014 WM-Dritter. Doch damals erhielt sein Team keinerlei Unterstützung von Honda. „Es wurde komplett unterschätzt, was das Ten-Kate-Team leistete. Sie bekamen zwar Geld, um das Motorrad zu entwickeln. Aber es gab keine technische Unterstützung. Das war echt schwierig“, erinnert sich der WSBK-Champion.