Trotz ausbleibenden Ergebnissen betont Jorge Lorenzo, nicht aufgeben und seinen Honda-Vertrag erfüllen zu wollen – ein Verhalten wie das von Zarco ist für ihn keine Option.

Seit einem Jahr fährt Jorge Lorenzo nicht mehr verletzungsfrei. Vor zwölf Monaten stürzte er in Aragon beim Start und zog sich eine Verletzung in einem Fuß zu. Anschließend gab es in Thailand wegen eines technischen Defekts seiner damaligen Ducati einen weiteren bösen Sturz. Und in diesem Frühling kam in Assen eine Wirbelverletzung hinzu.

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Ein Jahr, in dem Lorenzo keine Performance und keine guten Ergebnisse mehr zeigen konnte. Mit der Honda kam Lorenzo bisher auch nicht zurecht. Zuletzt in Aragon wurde er 20. und somit Vorletzter. Spekulationen über ein Karriereende machen die Runde. Das Verhältnis innerhalb der Honda-Box soll auch nicht das Beste sein.

„Ich habe einen Zweijahres-Vertrag und werde ihn erfüllen“, hält Lorenzo fest. „Aber im Leben kann alles passieren. Momentan existiert das Wort Aufgeben nicht in meinem Kopf. Bezüglich der Ergebnisse sieht es dunkel aus. Aber wir werden versuchen, etwas Licht am Ende des Tunnels zu finden.“ Seit er in Silverstone von der langen Verletzungspause zurückgekehrt ist, waren kaum Fortschritte zu erkennen.

Lorenzos Plan: Lösungen finden und schneller werden

„Ich habe große Probleme und es ist keine einfache Situation. Natürlich bin ich nicht so glücklich wie bei Yamaha, als ich Rennen gewonnen habe. Oder wie im Vorjahr, als ich mit Ducati gewonnen habe. Ein konkurrenzfähiger Fahrer kann nicht glücklich sein, wenn er so weit hinten ist“, sagt der dreimalige MotoGP-Weltmeister. „Aber ich war immer ein Kämpfer und will Lösungen mit diesem Motorrad finden. Ich versuche mein Bestes.“

Auf die Gerüchte um einen Rücktritt angesprochen, antwortet Lorenzo: „Viele Leute stellen mir diese Frage und ich sage, dass momentan in meinem Kopf die Möglichkeit aufzugeben nicht existiert. Ich habe einen Zweijahres-Vertrag mit Honda. Für den Moment werde ich weitermachen und sehen, ob wir uns in den kommenden Rennen verbessern können.“

Honda äußert sich zurückhaltend zu Lorenzos Situation. Nach dem Rennen in Aragon sagte Teamchef Alberto Puig: „Negativ ist, dass es Jorge mit unserem Motorrad nicht einfach hat. Wir versuchen ihm so gut wie möglich zu helfen. Wir wissen, dass er stark ist. Aber leider läuft es nicht wie erwartet. Wir müssen für das nächste Rennen andere Lösungen finden.“

Was er zur Entscheidung von Johann Zarco sagt

Der Herbst wird zeigen, wie es weitergeht. So wie Johann Zarco will es der Spanier auf jeden Fall nicht machen. Der Franzose bat KTM um Auflösung seines Zweijahres-Vertrags mit Saison-Ende. Nach Misano wurde Zarco von KTM vor die Tür gesetzt und wird die restlichen Rennen nicht mehr bestreiten. Ähnlich wie Zarco hat auch Lorenzo Schwierigkeiten, sich auf das neue Motorrad einzustellen.

„Er hatte es schwer, von einem einfachen Motorrad auf ein schwieriges Motorrad zu wechseln, was die KTM meiner Meinung nach ist“, sagt Lorenzo über Zarco. „Wenn man an die Yamaha gewöhnt ist, dann ist ein Wechsel auf ein ganz anderes Motorrad schwierig. Er hat die Geduld und die Motivation verloren und war nicht glücklich.“

„Meiner Meinung nach war es eine mutige Entscheidung, den Vertrag und andere Vorteile zu vergessen und aufzuhören. Er war in den letzten Rennen schneller und ist Pol näher gekommen. Aber er hat eine Entscheidung getroffen, weil er nicht glücklich war. Wir müssen seine Entscheidung respektieren. Ich denke, er ist mutig. Aber ob es intelligent war oder nicht, das weiß ich nicht“, so Lorenzo. Zarco ist immer noch auf Arbeitssuche für das nächste Jahr.