Jorge Martin, MotoGP-Rookie 2021, erklärt, wie er seinen Aufstieg in die Königsklasse angeht. Und: Wie will er nach der Corona-Infektion seine Moto2-Zeit beenden?

Jorge Martin, der in der laufenden Moto2-Saison bis zu seiner COVID-19-Infektion ein Kandidat auf den WM-Titel war, steigt 2021 in die Königsklasse MotoGP auf. Der Spanier dockt für zwei Jahre bei Pramac-Ducati an. Teamkollege wird zumindest im ersten Jahr Johann Zarco sein, der innerhalb des Ducati-Gefüges vom Avintia-Team ins Pramac-Team befördert wird.

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Während Zarco mit Blick auf 2021 bereits von Siegen spricht, lässt es Martin aufgrund seiner fehlenden Erfahrung mit einem MotoGP-Bike zwangsläufig ruhiger angehen. „Das MotoGP-Level zu erreichen ist das Ultimative. Und wenn ich mir so anschaue, auf wen ich dort nächstes Jahr treffe, kann ich es gar nicht glauben. Das halbe Feld besteht aus Weltmeistern. Das beeindruckt mich schon ein bisschen“, gesteht Jorge Martin gegenüber ‚Por Orejas‘, dem MotoGP-Podcast der spanischen Kollegen von ‚Motorsport.com‘.

Doch der 22-jährige Spanier ist überzeugt, dass er in der Königsklasse früher oder später um Spitzenplätze wird mitfahren können. Und zwar wenn er seine konsequente Arbeitsweise, die er in den Klassen Moto3 und Moto2 an den Tag gelegt hat, fortsetzt: „Mit derselben Methodik glaube ich, in einem Jahr oder in eineinhalb Jahren um Podestplätze kämpfen zu können.“

Von Beginn an ein Werks-Motorrad

Ein ganz wichtiger Faktor für Jorge Martin in diesem Zusammenhang: Im Pramac-Team erhält er kommendes Jahr genau wie Zarco Bikes der gleichen Spezifikation wie Jack Miller und Francesco Bagnaia, die für 2021 beide aus dem Pramac-Team ins Werksteam befördert werden.

„Dank der technischen Ausgeglichenheit, die es mittlerweile gibt, kann ein Fahrer wie Binder sofort vorne mitfahren“, ist Jorge Martin überzeugt. Und er erinnert sich an einige Vorgänger: „Vor Jahren war es so, dass man beim Aufstieg in die MotoGP-Klasse zunächst ein Satellitenbike bekam. Damit war man natürlich etwas eingeschränkt. Heute ist das anders und deshalb war es unser Ziel, von Beginn an auf einem Werks-Motorrad zu sitzen. Dieses Ziel haben wir erreicht.“

WM-Titel für Jorge Martin außer Reichweite

Seine zweite Moto2-Saison will Martin, seines Zeichens Moto3-Weltmeister von 2018, in diesem Jahr noch so gut zu Ende bringen, wie es angesichts der Umstände möglich ist. Aufgrund seiner Infektion mit dem Coronavirus musste der die beiden Misano-Rennen auslassen. Als er in Barcelona sein Comeback gab, fiel er mit technischem Defekt an seiner Kalex des Ajo-Teams aus.

Der WM-Titel, um den Martin vor seiner unfreiwilligen Pause mitgekämpft hatte, liegt realistisch betrachtet mittlerweile außer Reichweite. Der Rückstand auf Tabellenführer Luca Marini beträgt inzwischen 71 Punkte. „Ich will meine Moto2-Laufbahn bestmöglich abschließen und werde versuchen, noch ein paar Rennen zu gewinnen. In Portugal werden wir dann sehen, was am Ende dabei herauskommt“, so Martin.

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