Jorge Viegas schließt in Zeiten der Coronavirus-Krise eine MotoGP-Saison 2020 bis in den Januar 2021 hinein alles andere als aus.

Die Auswirkungen der laufenden Coronavirus-Pandemie sind weltweit noch schwer abschätzbar. Was die Motorrad-Weltmeisterschaft betrifft, so hat sich Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta erst kürzlich zum geplanten weiteren Vorgehen geäußert. Nun meldet sich auch Jorge Viegas, Präsident des Motorrad-Weltverbands (FIM), zu Wort.

Wann die MotoGP-Saison 2020 tatsächlich beginnen wird, ist offen. Derzeit ist der Grand Prix von Spanien am 3. Mai in Jerez als Saison-Auftakt vorgesehen. Doch ob der Termin wirklich gehalten werden kann, ist fraglich. Erst an diesem Wochenende wurden seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 1.000 neue Coronavirus-Infektionen allein in Spanien bestätigt.

„Wir werden die Vorgaben der Regierungen und der Weltgesundheitsorganisation stets befolgen“, versichert Viegas im Interview mit ‚Tribune de Geneve‘. Und der FIM-Präsident stellt sich insgeheim schon einmal darauf ein, dass die MotoGP-Saison noch deutlich weiter in den Herbst beziehungsweise Winter andauern könnte als es im Zuge der jüngsten Terminverschiebungen im Kalender ohnehin vorgesehen ist.

Jorge Viegas: „Für uns ist das kein Tabu“

„Wir werden so lange fahren wie es notwendig ist, um weiterhin von einer Weltmeisterschaft zu sprechen, die ihren Namen verdient. Wenn das bedeutet, dass wir bis Januar 2021 fahren müssen, dann werden wir das tun. Für uns ist das kein Tabu“, stellt Jorge Viegas klar.

Dabei werde die MotoGP als Königsklasse der Motorrad-WM aber nicht höher priorisiert als andere Motorrad-Rennserien, die unter dem Banner der FIM laufen, wie etwa Superbike-Weltmeisterschaft oder Motocross-Weltmeisterschaft. „Zwischen unseren unterschiedlichen Meisterschaften gibt es keine Konflikte“, bemerkt Viegas, um mit Stolz „die Vielfalt in unserem Sport“ herauszustellen.

Eine genau Prognose für die Zukunft vermag aber auch der FIM-Präsident nicht abzugeben. Auf die Frage, ob er die Coronavirus-Krise als das Schlimmste für einen Präsidenten eines internationalen Sportverbands halte, antwortet Viegas: „Ich fürchte, ja. Ich weigere mich aber, zu dramatisieren. Ich bin kein Virologe. Es ist nicht an mir, zu sagen, was in Zukunft passieren kann oder passieren wird.“

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