WM-Leader Alex Lowes sieht noch reichlich Potenzial und traut sich den Titel zu – Ex-WSBK-Champion und Manager Neil Hodgson bremst die Erwartungen.

Kawasaki-Neuzugang Alex Lowes verbringt die Coronavirus-Zwangspause in der Superbike-WM in einer besonders komfortablen Position. Dank der Punkte für Platz zwei in Lauf eins, Platz vier im Superpole-Rennen und dem Sieg im zweiten Hauptrennen auf Phillip Island führt Lowes die WM-Wertung an. Teamkollege und Titelverteidiger Jonathan Rea liegt bereits 19 Zähler zurück und ist aktuell nur WM-Vierter.

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„Mein Ziel ist klar: Ich will Weltmeister werden. Und ich glaube, dass ich das Zeug dazu habe“, kommentiert Lowes selbstbewusst bei ‚WorldSBK.com‘. Dabei ist er sich der Herausforderung aber bewusst: „Es ist eine große Aufgabe, das in diesem Jahr zu schaffen. Jonny gewann in den letzten fünf Jahren die Meisterschaft.“

Ex-Superbike-Weltmeister und Lowes-Manager Neil Hodgson will seinem Schützling etwas Druck nehmen. „Ich bin realistisch, wie gut Jonathan ist. Alex hat in diesem Jahr einen großen Schritt gemacht, ins Kawasaki-Werksteam zu kommen. Es ist ein Lernjahr für ihn. Wenn dieses Jahr bei einigen weiteren Rennen mit Jonny kämpfen kann, sehe ich ihn im zweiten Jahr bei Kawasaki als Titel-Kandidat“, erklärt Hodgson gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘.

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Wie aussagekräftig war Phillip Island?

Eine Rolle spielt zudem, wie groß die Aussagekraft der Rennen zum Saisonstart in Australien ist. „Ich bin Realist. Phillip Island ist eine spezielle Strecke. Dort gibt es immer gute Rennen“, kommentiert Hodgson. Und sieht in Weltmeister Rea nach wie vor den Fahrer, den es 2020 zu schlagen gilt. „Jonathan ist so ein extrem guter Fahrer. Er macht keine Fehler.“

Die WSBK-Saison 2020 ist für Lowes‘ Karriere zweifellos ein entscheidendes Jahr. Nach sechs Jahren mit Crescent und Suzuki- sowie Yamaha-Superbikes kann Lowes jetzt zeigen, wozu er imstande ist, wenn er das Weltmeister-Material zur Verfügung hat.

Von der Arbeit der Kawasaki-Werkscrew ist Lowes begeistert. „Es hat mir die Augen geöffnet, wie gut die Jungs ihren Job erledigen. Ich habe das Gefühl, dass mir all das dabei hilft, im Hinblick auf meine Leistungen und Ergebnisse einen Schritt nach vorne zu machen.“

Lowes sieht bei Kawasaki noch viel Potenzial

„Es ist eine sehr positive Erfahrung. Ich habe die Arbeit und das gemeinsame Kennenlernen sehr genossen, Jonathan eingeschlossen. Er macht viele Dinge richtig gut. Ich bin mir sicher, dass ich noch viel von ihm lernen kann“, so der BSB-Champion von 2013 weiter.

Bei den Winter-Tests gelangen Lowes noch keine Top-Zeiten. Das schlechte Wetter verhinderte dabei ausgiebige Experimente mit dem für ihn neuen Bike. „Ich habe das Gefühl, dass ich noch viel mehr lernen und das Motorrad noch besser kennenlernen kann. Ich stehe voll hinter meiner Entscheidung, zu Kawasaki zu wechseln. Ich bin richtig froh, mit diesen Jungs arbeiten zu können“, erklärt er.

Offen ist allerdings weiterhin, wann die WSBK-Saison 2020 fortgesetzt werden kann. „Egal ob wir nächsten Monat, in zwei Monaten oder wann auch immer wieder fahren: Ich bin mir sicher, wieder an der Spitze zu sein“, blickt der Brite selbstbewusst nach vorne.