Jochen Kiefer will sein Team nach dem Moto2-Aus nicht schließen, sondern in einer anderen Rennserie weitermachen. Derzeit werden viele Gespräche geführt.

Die Zukunft des deutschen Kiefer-Teams ist nach wie vor ungewiss. Seit feststeht, dass der Rennstall für die Moto2-Saison 2020 keinen Startplatz erhält, ist klar, dass man sich aus der Motorrad-WM verabschieden muss. Auch für die Moto3-Klasse gab es keine Optionen. Trotzdem verspricht Jochen Kiefer, dass er weitermachen will. In welcher Rennserie er sich im nächsten Jahr engagieren wird, ist derzeit offen.

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„Wir haben viele Ideen. Aber es ist noch nichts spruchreif. Wir tendieren in alle Richtungen“, sagt Jochen Kiefer im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Vom neuen Northern-Talent-Cup über Europameisterschaft bis hin zur Supersport-WM und Superbike-WM. Es geht in alle Richtungen. Momentan sind wir offen. Wir haben viele Ideen und führen viele Gespräche, aber momentan ist noch nichts konkret.“

Um in einer anderen Rennserie an den Start gehen zu können, müssen Startplätze beantragt werden, Motorräder angeschafft werden und mit Fahrern ein Gesamtpaket geschnürt werden. Ein Knackpunkt ist wie immer im Motorsport die Finanzierung. „Schön ist, dass mehr oder weniger die meisten unserer Sponsoren mit uns weitermachen wollen“, nennt Kiefer einen erfreulichen Aspekt seiner langjährigen Partner.

Kiefer: Entscheidung soll im Oktober fallen

„Aber klar, wenn ich jetzt über eine Saison in der Superbike-WM nachdenke, dann muss man auch über die Finanzierung reden. Ohne das Geld funktioniert nichts“, weiß Kiefer. Unterstützung von den deutschen Verbänden hat der Kiefer-Rennstall übrigens nicht erhalten. „Bis jetzt ist noch niemand auf mich zugekommen. Das wäre natürlich auch schön, denn mit DMSB und ADAC könnte man etwas Schönes auf die Beine stellen. Konkret ist da aber auch noch nichts.“

Die kommenden Wochen werden für die Neuausrichtung des Teams entscheidend werden. Mitte bis Ende Oktober, wenn die Motorrad-WM bei den Asien-Rennen weilt, will Jochen Kiefer ungefähr wissen, wohin die Reise im nächsten Jahr geht. „Wenn gar nichts zustande kommt, dann höre ich auf. Aber davon gehe ich momentan nicht aus.“ Die Fans dürfen also darauf hoffen, dass es mit dem deutschen Rennstall weitergehen wird.

Dass sich so viele Fans in den vergangenen Wochen solidarisiert haben und für einen Fortbestand des Teams gekämpft haben, hat Jochen Kiefer überwältigt: „Ich hätte nie gedacht, dass wir auf einmal so eine Präsenz haben. Ich habe ehrlich gesagt eine Gänsehaut gekriegt, wie ich die Anzahl gesehen habe, was da alles los ist. Ein riesiger Dank an alle! Ich finde das super toll. Wir werden an der Grundsituation nichts ändern können, aber ich finde es wahnsinnig toll, dass so viele Leute hinter unserem Team stehen“, freut sich Kiefer.