Honda-Star Jorge Lorenzo bat in Valencia überraschend zu einer Pressekonferenz. Jetzt steht fest, warum: Der kriselnde Honda-Star beendet seine Karriere!

Knalleffekt vor dem MotoGP-Saisonfinale in Valencia: Honda-Star Jorge Lorenzo hat auf einer kurzfristig zusammen mit Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta anberaumten Pressekonferenz seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt.

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Schon zuvor war Insidern klar, dass bei dem Termin wohl große Neuigkeiten verkündet werden. Denn Ezpeleta tritt nur bei außergewöhnlichen Anlässen vor die Weltpresse. Und gemeinsame Medien-Auftritte mit Piloten sind erst recht eine Ausnahme. Vieles sprach also dafür, dass Lorenzo die Reißleine zieht.

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Wilde Spekulationen vor Lorenzo-PK

Trotzdem schossen im Vorfeld die Spekulationen ins Kraut: Nimmt sich der kriselnde Honda-Star eine Auszeit? Verlässt Lorenzo die Japaner vor Ablauf seines Zweijahres-Vertrags und wechselt zu einem anderen Team? Oder wird der Spanier gar zur MotoGP-Legende ernannt?

Dann ließ Lorenzo die Bombe schließlich platzen: Der dreimalige MotoGP-Weltmeister zieht die Konsequenzen aus seinem Seuchen-Jahr und beendet seine Karriere. In der laufenden Saison fuhr der Repsol-Honda-Star magere 25 WM-Punkte ein. Teamkollege Marc Marquez dagegen eilte auf identischem Material von Sieg zu Sieg und holte vorzeitig seinen sechsten MotoGP-Titel.

„Der Tag für mich ist gekommen“

Lorenzo auf der PK: „Es gibt vier wichtige Tage im Leben eines Rennfahrers. Das erste Rennen, den ersten Sieg, den ersten WM-Titel – und den Tag des Rücktritts. Und dieser Tag ist für mich heute gekommen. Hier (in Valencia, Anm. d. Red.) wird mein letztes MotoGP-Rennen sein. Danach werde ich als Rennfahrer zurücktreten.“

Der gebürtige Mallorquiner weiter: „Jeder weiß, dass ich ein großer Perfektionist bin. Das erfordert viel Motivation. Deshalb hatte ich nach neun Jahren bei Yamaha das Gefühl, dass ich eine Veränderung brauche. Ducati gab mir einen großen Schub. Leider kamen danach (bei Honda, Anm. d. Red.) Verletzungen hinzu und trübten meine Ergebnisse. Ich war nicht in einer normalen körperlichen Verfassung. Das und ein Motorrad, das sich für mich nie natürlich anfühlte, machten mir Probleme.“

Lorenzo fährt fort: „Als ich in Assen stürzte, fragte ich mich: ‚Lohnt sich das wirklich? Ich bin damit fertig, ich will nicht mehr fahren.‘ Danach fand ich keine Motivation und Geduld mehr. Ich liebe es zu gewinnen und habe irgendwann erkannt, dass das in dieser kurzen Zeit mit Honda nicht möglich war. Mein Ziel, das ich mir zu Saisonbeginn gesetzt habe, war nicht realistisch. Das ist die beste Entscheidung für mich und das Team.“

Lorenzo: Ernennung zur MotoGP-Legende

Außerdem bestätigte Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta, dass Lorenzo eine große Ehre zuteil wird. Beim nächsten Spanien-Grand-Prix (Anfang Mai 2020 in Jerez) wird er zur offiziellen MotoGP-Legende ernannt.

Wer jedoch nächstes Jahr Teamkollege von Marc Marquez und damit Nachfolger von Lorenzo wird, steht derzeit noch nicht fest. Allzu viele Möglichkeiten hat Honda indes nicht. Ein Kandidat wäre Testpilot Stefan Bradl. Ein anderer Johann Zarco, der seit Australien für LCR-Honda fährt und zuletzt beim Malaysia-GP um die Top 10 kämpfte.

Valencia wird der 297. und letzte Grand Prix in der großen Karriere von Lorenzo sein. Er hat 68 Siege gefeiert und stand insgesamt 152 Mal auf dem Podest. 69 Mal startete er von der Pole-Position. 2006 und 2007 wurde der Spanier Weltmeister der 250er-Klasse. Und 2010, 2012 und 2015 krönte er sich zum MotoGP-Weltmeister.