Valentino Rossi erlebt beim Valencia-GP ein enttäuschendes Rennen – und prophezeit, dass Franco Morbidelli für die anderen Piloten zu einem echten Problem wird.

Magere vier WM-Punkte sammelte Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi beim Valencia-Grand-Prix, dem vorletzten Rennen der MotoGP-Saison 2020. Als Zwölfter hatte Rossi nach 27 Runden 19,7 Sekunden Rückstand auf Sieger Franco Morbidelli, der mit seiner 2019er-Yamaha deutlich besser zurechtkam als seine Markenkollegen mit der aktuellen Ausbaustufe der M1.

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Für Rossi war der zwölfte Platz die erste Zielankunft seit seinem vierten Platz beim Heimrennen in Misano Mitte September. „Auf diesem Niveau muss man Schritt für Schritt vorgehen, wenn man starke Leistungen zeigen will. Ich brauchte dieses Rennen, weil ich vor einer Woche nur vier Runden fahren konnte. Aufgrund von Fehlern, technischen Problemen und dem Coronavirus hatte ich sechs Nuller in Folge“, bemerkt Rossi.

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Valencia weiterhin kein gutes Pflaster für Rossi

„Wir wussten zudem, dass es hier schwierig wird, weil es die schlimmste Strecke für mich ist. Das war in meiner gesamten Karriere so“, erklärt Rossi. „Wir haben alles probiert, aber es fehlte uns an Haftung. Immerhin haben wir das Rennen beendet. Ich war zwar nicht schnell, fuhr aber bis zum Ende konstant. Auch körperlich habe ich mich gut gefühlt, das ist wichtig.“

„Ich hoffe, dass wir kommendes Wochenende ein besseres Gefühl für das Motorrad und die Reifen aufbauen können. Wir wollen konkurrenzfähiger sein“, blickt Rossi schon auf das MotoGP-Saisonfinale in Portimao voraus.

„Der Kurs ist fantastisch. Zudem ist es noch besser, Valencia jetzt zu verlassen und dorthin zu reisen“, scherzt Rossi. „Ich habe mich in Portimao schon wohl gefühlt, als wir dort getestet haben. Es ist ein Kurs, der sich von den anderen Strecken unterscheidet. Doch alles hängt vom Gefühl für das Bike und der Funktionsweise der Reifen ab. Hier haben wir alles probiert, aber nie die nötige Haftung gefunden.“

VR46-Schützling Morbidelli greift nach Vize-Titel

Auch wenn es für Rossi selbst schlecht lief, konnte sich der 41-jährige Routinier über den Erfolg von Schützling Franco Morbidelli freuen. Der schickt sich an, Vize-Weltmeister 2020 zu werden. „Franco hat eine unglaubliche Saison gezeigt. Letztes Jahr hatte er mit Quartararo zu kämpfen, doch in diesem Jahr kehrte er noch stärker zurück“, kommentiert Rossi.

„Er hat drei Rennen gewonnen, ist zu diesem Zeitpunkt der schnellste Fahrer. Franco wird nächstes Jahr für alle ein großes Problem werden“, prophezeit Rossi, der in der kommenden MotoGP-Saison Teamkollege von Morbidelli bei Petronas sein wird.

Rossi gratuliert Joan Mir und Davide Brivio

Beide zusammen werden dann gemeinsam Jagd auf den neuen Weltmeister machen. Suzuki-Pilot Joan Mir brachte schon ein Rennen vor Saison-Ende den Titel unter Dach und Fach. „Er verdient diese Meisterschaft“, lobt Rossi.

„Es heißt etwas, die MotoGP schon im zweiten Jahr zu gewinnen. Das ist nicht einfach. Er ist für sein Alter sehr erwachsen. In den kritischen Momenten macht er keine Fehler. Ich freue mich auch für Suzuki und (Davide) Brivio. Sie haben tolle Arbeit geleistet – Glückwunsch an ihn!“