Aprilia-Motorsportchef Massimo Rivola schließt nicht aus, dass sich die MotoGP mit dem Thema Kostensenkung befassen muss – und bringt eine ungewöhnliche Idee ins Spiel.

Die Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zieht auch große wirtschaftliche Folgen nach sich. Wie sich das langfristig auf den Motorsport auswirken wird, bleibt abzuwarten. Nicht wenige Verantwortliche befürchten aber, dass sich die Sport-Welt insgesamt verändert, weil weniger Geld zur Verfügung stehen wird.

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Die Formel 1 hat bereits ihre für 2021 geplante Regel-Revolution um ein Jahr verschoben. In der MotoGP werden die Prototypen in der Regel konstant weiterentwickelt, es kommt also nicht jedes Jahr ein komplett neues Bike. Trotzdem wurde inzwischen bereits über einen Entwicklungs-Stopp diskutiert.

Aprilia-Motorsportchef Massimo Rivola ist überzeugt, dass sich die Motorrad-WM kostensenkende Maßnahmen überlegen muss. „In der derzeitigen Situation sehen wir noch nicht das Licht am Ende des Tunnels. Und die Prognosen sind kritisch. Deshalb wäre es falsch, wenn man nur an die Performance denkt. Wir müssen darüber nachdenken, wie die Situation aktuell weltweit ist.“

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Sparpotenzial bei Ersatz-Motorrad und Personal

„Ich denke, was die Formel 1 gemacht hat, war richtig. Wir sollten auch darüber nachdenken. Ich halte es nicht für verrückt, auch 2021 mit den Motorrädern von 2020 zu fahren. Wenn uns das erlaubt, die Kosten zu senken“, so Rivola im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. Die Maßnahmen könnten seiner Ansicht nach sogar noch weitergehen.

„Es gibt 1.000 Möglichkeiten, das zu tun. Man könnte zum Beispiel auch nur ein Motorrad pro Fahrer erlauben. Oder man beschränkt die Kilometer. Denn die Kosten pro gefahrenem Kilometer sind mit diesen Bikes wichtig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten.“ In der Superbike-WM ist seit der Saison 2012 nur noch ein Motorrad pro Fahrer erlaubt.

Wobei die großen WSBK-Teams in ihren Trucks in der Praxis genug Ersatzteile haben, um ein komplett neues Motorrad aufbauen zu können. Inwieweit die Ein-Motorrad-Regel die Kosten tatsächlich signifikant senkt, ist umstritten. Eine weitere Einspar-Möglichkeit betrifft das Personal. Und das, obwohl ein MotoGP-Werksteam deutlich kleiner ist als ein Formel-1-Rennstall.

„Müssen einen Weg finden, das Spektakel zu retten“

„Die Formel 1 hat auch die Anzahl der Personen an der Strecke beschränkt. Das halte ich für richtig“, findet Rivola. „Es stimmt, dass wir weniger Leute sind. Aber prinzipiell ist das richtig. Wenn wir uns nicht bei jedem Fahrer auf ein zweites Motorrad konzentrieren müssten, dann sollten wir auch darüber nachdenken.“

„Wenn wir das Problem bekommen, dass wir heute einen Betrag X zur Verfügung haben und morgen nur die Hälfte davon, dann müssen wir einen Weg finden, unsere Arbeit und das Spektakel zu retten. Wir können weitermachen, selbst wenn die Voraussetzungen etwas anders sein werden“, glaubt der Aprilia-Motorsportchef für die Zukunft.