Zwar gilt Danilo Petrucci nicht unbedingt als kommender MotoGP-Weltmeister – dennoch gab es für KTM gute Gründe, den Noch-Ducati-Piloten für 2021 zu verpflichten.

Danilo Petrucci wird in der MotoGP-Saison 2021 für KTM an den Start gehen. Weil Ducati für die Zukunft nicht mehr mit dem Mugello-Sieger von 2019 plant, musste sich Petrucci nach einer Alternative umsehen. Dabei wäre neben KTM auch noch Aprilia in Frage gekommen.

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Zudem hätte Petrucci wohl auch in Ducatis WSBK-Team wechseln können. Doch der Italiener wollte unbedingt in der MotoGP bleiben. Bei Aprilia indes ist die Lage ziemlich ungewiss. Man will an Andrea Iannone festhalten – aber noch ist offen, ob seine Doping-Sperre aufgehoben oder verlängert wird.

Im August soll die Verhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof stattfinden. Darauf hätte Petrucci also warten müssen. Vergangene Woche fuhr Petrucci daraufhin mit Manager Alberto Vergani nach Österreich. Und man kam mit KTM rasch zu einer Einigung.

Ein Jahr voller Highlights: KTMs starke Saison 2019

Alle KTM-Piloten auf identischen MotoGP-Bikes

Im nächsten Jahr wird „Petrux“ im Tech-3-Team platziert, wobei das technisch keinen Unterschied macht. Denn alle vier KTM-Piloten erhalten identisches Material und die gleiche Unterstützung. Aber was hat dabei für Petrucci gesprochen, der nicht gerade als kommender Weltmeister gilt?

„Ich bin sehr glücklich, dass Danilo Petrucci zu uns kommt“, sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer bei ‚MotoGP.com‘. „Einen MotoGP-Rennsieger und die Nummer sechs der Welt an Bord zu holen, ist großartig für unser Projekt.“

„Danilo bringt uns Stabilität. Man braucht einen Fahrer mit besonderem Fahrkönnen. Das habe ich bei Danilo gesehen. Andernfalls hätte er Mugello nicht gewinnen können. Er hat dort Marc und Andrea in der letzten Runde besiegt. Deshalb freue ich mich, diesen Jungen bald in unserem Team zu haben.“

KTM: Ducati-Erfahrung von Petrucci ein Vorteil

Zum ersten Mal stößt ein Fahrer mit MotoGP-Erfahrung zu KTM, der zuvor nicht eine Yamaha gefahren ist. Pol Espargaro, Bradley Smith und Johann Zarco kamen von Tech-3-Yamaha. Und nachdem Petrucci die V4-Ducati kennt, sollte er theoretisch auch mit der KTM zurechtkommen.

Außerdem bringt er wertvolle Erfahrung von Ducati mit nach Österreich. Und ist nicht zuletzt eine Referenz für die „jungen Wilden“ Miguel Oliveira, Brad Binder und Iker Lecuona. Mit Dani Pedrosa gibt es im Hintergrund noch einen weiteren erfahrenen Entwicklungs-Piloten.

„Ich denke“, sagt Tech-3-Teamchef Hervé Poncharal über Petrucci, „dass seine Erfahrung und sein Wissen uns dabei helfen werden, unser MotoGP-Projekt weiterzuentwickeln. Er hat immer eine positive Einstellung.“

„Petrucci hat immer eine postive Einstellung“

„Er will mit dem Team zusammenarbeiten. Das Team soll wie eine Familie sein. Und genau das findet er bei uns bei Tech 3. Ich kenne ihn schon eine Weile, und wir hatten immer gute Momente zusammen.“

Auch wenn Petrucci theoretisch im „B-Team“ von KTM fahren wird, macht das in der Praxis keinen Unterschied. „Wenn es neue Teile gibt, wird sie derjenige Pilot zuerst erhalten, der in der WM am besten platziert ist“, betont Beirer die zukünftige Strategie.“

„Es geht nicht darum, ob man in diesem oder jenem Team ist. Wir versuchen, etwas Neues zu kreieren. Wir sind noch weit von unseren Zielen entfernt. Aber das Projekt entwickelt sich stetig weiter. Ich denke, wir sind jetzt stärker denn je. Für die Zukunft bin ich sehr optimistisch.“