Bei KTM ist man auf die ersten Testinfos von Danilo Petrucci gespannt. Allerdings wird erwartet, dass er sich ans Bike gewöhnt und keine anderen Marken versucht, zu kopieren.

Mit Danilo Petrucci stößt erstmals ein Fahrer zu KTM, der viel Erfahrung von Ducati mitbringt. In der Vergangenheit kamen hauptsächlich Yamaha-Fahrer zur österreichischen Marke. Das waren Pol Espargaro, Bradley Smith und Johann Zarco. Testfahrer Dani Pedrosa brachte die geballte Erfahrung von Honda mit.

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Drei der vier aktuellen KTM-Fahrer kennen kein anderes MotoGP-Bike. Brad Binder, Miguel Oliveira und Iker Lecuona stammen aus der eigenen Nachwuchsschmiede. Petrucci stößt quasi als Referenz von außen hinzu.

Ist das überhaupt notwendig? „Ja, davon bin ich überzeugt“, findet Teammanager Mike Leitner. „Es ist immer gut, wenn man einen erfahrenen MotoGP-Fahrer hat. Das wird bestimmt eine Hilfe sein. Die jungen Kids sind enthusiastisch, riskieren und attackieren.“

„Bei Miguel sieht man zum Beispiel bereits, dass er eine Routine entwickelt. Jemand wie Danilo ist auch für die jungen Fahrer gut, um zu sehen, wie er an die Dinge herangeht. Er will sie natürlich schlagen. Es wird bestimmt sehr interessant werden.“

Petruccis Feedback interessant, aber …

Gespannt ist man bei KTM auch darauf, welches Feedback Petrucci bei den ersten Testfahrten Anfang März in Katar geben wird. „Das wird sicherlich interessant zu sehen“, meint KTM-Motorsportchef Pit Beirer.

„Dieser direkte Vergleich sind für jeden Hersteller wichtige Informationen, weil sie 1:1 kommen. Du spekulierst natürlich viel, schaust dir viele Daten an und sieht dir das live auf der Rennstrecke an. Aber wie es sich wirklich für den Rennfahrer anfühlt, ist natürlich immer interessant.“

„Wir möchten jeden Tag nichts anderes als die Wahrheit erfahren. Nur wenn man sich ehrlich in den Spiegel schaut – wo haben wir Schwächen – nur dann kann man sich verbessern. Somit wird es sicher interessant werden, was er an Infos mitbringt.“

„Man muss aber auch sagen, dass wir uns mit Kopieren schwer tun, weil wir beim Chassis und den Dämpfern unseren eigenen Weg gehen. Es sind zwar interessante Infos, aber wir müssen sowieso unseren eigenen Weg gehen.“

Kopieren ist schwierig

Mit dem Stahlrahmen verfolgt KTM ein anderes Konzept. Als einzige Marke setzt man auf WP-Dämpfer und nicht auf Öhlins. „Wir wollen nicht ein Motorrad eines anderen Herstellers kopieren“, hält Leitner deshalb fest.

„Wir gehen einen anderen Weg als unsere Konkurrenz und können uns nur auf unsere Stärken konzentrieren und an unseren Schwächen arbeiten. Es ist schwierig zu sagen, dass Suzuki dies macht, Ducati jenes und Honda etwas anderes.“

„Wir haben ein anderes Motorrad. Es ist wichtig, dass Danilo seinen Speed findet und gute Ergebnisse einfährt. Natürlich, wenn ihm etwas an unserem Motorrad nicht gefällt, werden wir ihm genau zuhören. Die Priorität bei Petrucci ist, dass wir einen weiteren schnellen Fahrer haben.“

„Natürlich wird es interessant, was er uns über unser Motorrad erzählen wird. Wichtig ist, dass er sich an unser Motorrad anpasst. Wir freuen uns auf seine ersten Kommentare, wie er den Charakter unseres Bikes einschätzt und darüber denkt.“

Wie wichtig der Input eines erfahrenen MotoGP-Fahrers ist, hat KTM in den vergangenen beiden Jahren mit Pedrosa gesehen. Der dreimalige Vizeweltmeister war eine wesentliche Verstärkung des Testteams und konnte gute Aussagen über neue Entwicklungsteile treffen.

„Dani hat sehr gut eingeschlagen“, lobt Beirer. „Er versteht sich sehr gut mit unseren Ingenieuren. Wenn wir jetzt etwas an die Rennstrecke liefern, dann ist es einfach besser. In den ersten beiden Jahren war das ein Wahnsinn. Da kam nichts vom Testteam. Da war die Rennstrecke unser Testfeld. In diesem Punkt sind wir auch einen Schritt weiter.“

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