Der neue KTM-Prototyp fällt mit einer besonderen Chassis-Konstruktion auf: Als Basis dient laut Pol Espargaro weiterhin Stahl – doch es ähnelt einem konventionelleren Konzept.

Beim Valencia-Test auf dem Circuit Ricardo Tormo (beide Tage im Livestream auf ServusMotoGP.com) arbeitet KTM mit einem neuen Motorrad. In den letzten Monaten wurden alle Details der RC16 überdacht und weiterentwickelt. Außerdem ist in das Bike viel Feedback von Dani Pedrosa geflossen, der in Valencia ebenfalls testet. Auffälligstes Merkmal: Eine neue Chassis-Konstruktion, um die Probleme mit Traktion, Grip und Turning in den Griff zu bekommen. Es ähnelt den Aluminium-Chassis der Konkurrenz.

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„Es ist ein Hybrid. Ich glaube, es besteht zu 80 Prozent aus einem Gitterrohr-Stahlrahmen“, sagt Pol Espargaro nach dem ersten Testtag. „Auf der Seite sieht die Form etwas anders aus. Aber wir haben immer noch die DNA von KTM mit dem Stahlrahmen. Das Material ist gleich, aber das Chassis ist viel leichter und anders. Wir befinden uns auf einem guten Weg und versuchen, verschiedene Dinge zu verstehen.“

Espargaro: „Momentan sehen wir nur Vorteile“

Insgesamt spricht Espargaro von einem „erfolgreichen“ ersten Testtag. Wenn er zwischen dem 2019er-Chassis und dem neuen entscheiden müsste, fällt seine Wahl eindeutig aus: „Ich würde mich für das neue entscheiden. Damit bin ich meine schnellste Runde gefahren. Das ist die Richtung, in die wir arbeiten müssen. Es ist auch viel leichter. Momentan sehen wir nur Vorteile.“ KTM versucht mit dem neuen Motorrad mechanisch mehr Grip zu finden.

„Wir haben in den vergangenen Tagen viel mit der Elektronik probiert, aber nichts gefunden. Deswegen glauben wir, dass es mechanische Gründe hat“, erläutert der Spanier. „Mit diesem neuen Chassis sind die Traktion und das Turning etwas besser. Wir haben uns in der Kurve etwas verbessert und haben in der Kurven-Mitte etwas mehr Grip und Turning. Vor allem mit einem gebrauchten Reifen hatten wir bisher große Probleme.“

Dieses Chassis ist aber offenbar nur der erste Schritt. Pedrosa hat damit in den letzten Wochen schon getestet und Feedback gegeben. Basierend darauf hat KTM weitergearbeitet. Die weiterentwickelte Version wird Pol Espargaro schon am Mittwoch in Valencia testen. „Theoretisch sollte das noch etwas besser sein“, hofft der 28-Jährige auf den nächsten Schritt. „Die Flexibilität soll besser sein, was sehr wichtig ist, wenn man beim Gewicht so einen großen Fortschritt macht.“

Mit dem neuen Motorrad hat KTM abgespeckt. Die Saison 2019 hat man noch deutlich über dem Mindestgewicht von 157 Kilogramm begonnen. Nun ist man am Gewichts-Limit, wie von KTM zu hören ist. Espargaro fuhr am Dienstag 58 Runden und belegte mit einer persönlichen Bestzeit von 1:30,974 Minuten Platz acht. Da sich die Rookies Brad Binder und Iker Lecuona in Ruhe eingewöhnen sollen, liegt die Arbeit mit neuen Entwicklungen momentan in den Händen von Espargaro und Pedrosa.