Während das KTM-Werksteam auch in dieser MotoGP-Saison auf die gewohnten Farben setzt, kommt Tech3 im ganz neuen Design daher – die Marken-Bosse loben das Line-Up für 2020.

In Rahmen einer digitalen Team-Vorstellung hat KTM am Dienstag seine Bikes für die kommende MotoGP-Saison enthüllt und sein neues Fahrer-Line-Up präsentiert. Mit Brad Binder und Iker Lecuona holt der österreichische Hersteller 2020 zwei Rookies in die Königsklasse. Beide werden neben Pol Espargaro und Miguel Oliveira das Team verstärken.

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Die Präsentation stand unter dem Slogan „All Eyes on Chapter Four“. Dieser bezieht sich auf KTMs nunmehr viertes Jahr in der MotoGP. Für Satelliten-Team Tech 3 ist es das zweite Jahr in Zusammenarbeit mit den Österreichern. Erst Ende 2018 hatte man sich vom langjährigen Partner Yamaha getrennt, um zu KTM zu wechseln.

Schon im Vorfeld wurde gemunkelt, dass die Kunden-Bikes sich optisch stark verändern würden. Und das bestätigte sich dann beim Launch: Die Verkleidung ziert nun anstatt des Red-Bull-Schriftzugs das Branding der hauseigenen „Simply Cola“-Marke. Das Werks-Team bleibt seiner Lackierung für das Jahr 2020 dagegen treu.

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KTM-Vorstand lobt Espargaro: „Ein absoluter Held“

Bei der Präsentation kamen neben den Fahrern auch KTM-Vorstand Hubert Tunkenpolz, Motorsportchef Pit Beirer und Teammanager Mike Leitner ausführlich zu Wort. Sie zeichneten nicht nur die letzten drei Jahre in der Königsklasse noch einmal nach. Stattdessen betonten beide auch die Bedeutung der Piloten für den Erfolg des Projekts.

„Er ist ein absoluter Held“, schwärmte Trunkenpolz etwa über Espargaro, der auf der Strecke für KTM von Beginn an die Speerspitze bildete. „Ich könnte mir keinen besseren Top-Mann in der MotoGP vorstellen als Pol.“ Nach acht Top-10-Plätzen im Vorjahr will der Spanier 2020 die Lücke zum Podest sukzessive weiter schließen.

Zudem gilt er als Vorbild und Gradmesser für Neuzugang Binder. Der Südafrikaner steht vor seiner ersten MotoGP-Saison, und wird diese gleich im Werks-Team in Angriff nehmen. Trunkenpolz setzt große Hoffnungen in den Rookie. „Wer weiß, wie man Rennen in der Moto2 gewinnt, kann das wahrscheinlich auch irgendwann in der MotoGP.“

Kein Unterschied zwischen Werks- und Kunden-Team

Binder ist ein KTM-Eigengewächs. Nach seinen Anfängen im Red Bull Rookies Cup durchlief der Südafrikaner die kleinen WM-Klassen stets auf einem KTM-Bike. 2016 gewann man gemeinsam den Moto3-Titel, letztes Jahr musste man sich in der Moto2 nur um ganze drei Punkte geschlagen geben. Dort tritt KTM in Zukunft nicht mehr an.

Den Kader in der MotoGP komplettieren Oliveira, der von einer langwierigen Schulter-Vrletzung zurückkommt, und Lecuona, neben Binder der zweite Rookie im Bunde. Beide treten für das Kunden-Team Tech-3-KTM an. Wobei sowohl Trunkenpolz als auch Beirer betonten, dass man diesbezüglich keinen großen Unterschied sehe.

Demnach gibt es kein klares Ranking zwischen Werks- und Satelliten-Team. Alle Piloten werden zu Beginn der Saison mit gleichem Material ausgestattet. Im weiteren Verlauf soll dann je nach Leistung entschieden werden, wer eventuell nur begrenzt zur Verfügung stehende neue Teile als erstes bekommt, so Beirer während der Präsentation.