Noch vor dem Saisonstart will Dovizioso-Manager Battistella mit Ducati für 2021 verlängern. Doch die Roten glauben nicht an eine schnelle Einigung – schließlich geht es ums Geld.

Mangels realistischer Alternativen arbeiten Andrea Dovizioso und Ducati wohl auch in den kommenden beiden Jahren zusammen. Dreimal in Folge wurde das italienische gespann zuletzt Vize-Weltmeister in der MotoGP. Doch in den letzten Monaten gestalteten sich die Gespräche im Hintergrund zwischen beiden Parteien etwas zäh.

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„Für mich steht zu 99 Prozent fest, dass wir verlängern“, wird Doviziosos Manager Simone Battistella in der ‚La Gazzetta dello Sport‘ zitiert. „Erst einmal mussten wir die Bedingungen für 2020 nachverhandeln.“ Denn Ducati musste das Gehalt seines Top-Piloten von rund sechs Millionen Euro jährlich im Zuge der Corona-Krise reduzieren.

Dovizioso einer der teuersten Ducati-Mitarbeiter

Mitte Juni verkündete Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti dann, dass man sich bezüglich 2020 geeinigt habe. Und im nächsten Schritt begannen dann die Gespräche für die Zukunft. Dabei soll das Gehalt ebenfalls ein wichtiger Punkt sein, denn Ducati muss im Zuge der Wirtschaftskrise den Rotstift ansetzen.

Und Dovizioso ist einer der bestbezahlten Angestellten beiden Roten. Wohl auch deshalb sieht Ducati die Situation noch nicht so klar wie Battistella – und will sich noch Zeit lassen. Ob sich beide Seiten bis zum ersten Rennen einigen werden, ist aktuell ungewiss.

Gigi Dall’Igna sagt bei ‚Sky Italia‘: „Die Verhandlungen mit Dovizioso haben vor langer Zeit begonnen. Aber sie sind zum Stillstand gekommen. Wir werden es sehen.“ Ein formales Angebot gibt es momentan offenbar nicht.

Dall’Igna: Verhandlungen mit Dovizioso stocken

„Das hängt ganz davon ab, was man mit einem formalen Angebot meint“, führt Dall’Igna aus. „Wenn man damit ein Papier meint, auf dem alle Details niedergeschrieben sind, dann Nein. Dovizioso wurde ein Angebot gemacht. Aber es ist eine ökonomische Frage.“

Battistella hofft dennoch, dass in den kommenden Wochen alles geklärt ist. „Ich hoffe, die Vertrags-Unterschrift passiert früher. Denn in dieser besonderen Saison braucht man die volle Konzentration. Es kann immer Spannungen geben. Aber die müssen ja nicht negativ sein.“

„Wichtig ist, dass man das gleiche Ziel hat“, betont der Italiener. Und das Ziel von Ducati und Dovizioso lautet, Grands Prix zu gewinnen, und bis zum letzten Rennen um den Titel zu kämpfen. Sportlich gesehen hätten beide Seiten demnach kaum Alternativen.

Mit KTM soll es ebenfalls Gespräche gegeben haben, wie Battistella bestätigt. „Wir haben uns getroffen. Aber die Verhandlungen waren schnell erledigt, weil es keine Grundvoraussetzungen gab.“ Stattdessen wird Danilo Petrucci für 2021 von Ducati zu KTM wechseln.

Gerüchte um Lorenzo-Comeback kümmern „Dovi“ nicht

Neben den KTM-Gerüchten wurde im Zuge der Corona-Zwangspause auch darüber spekuliert, ob Dovizioso seine Karriere beenden könnte. „Es gibt Leute, die seine Motivation anzweifeln. Aber er ist super motiviert“, betont sein Manager. „Er trainiert jeden Tag und befindet sich in Top-Form.“

Ein weiteres Gerücht besagt, dass Ducati und Jorge Lorenzo wieder miteinander flirten. Und der dreimalige MotoGP-Weltmeister womöglich den Platz von Dovizioso übernehmen könnte. Auch deshalb soll sich Ducati Zeit lassen, schließlich hätte man mit Lorenzo einen Top-Fahrer in der Hinterhand.

„Ich habe diese Gerüchte gehört“, sagt Battistella. „Wäre das möglich? Ja, denn es gibt Signale dafür. Aber von einer Möglichkeit bis zu einer konkreten Sache ist es ein weiter Weg. Andrea sieht das nicht als Bedrohung.“

„Ducati kann frei entscheiden und Fahrer evaluieren. Es macht aber keinen Unterschied. Andrea will sich nicht mit diesen Themen beschäftigen.“ Mit Jack Miller hat Ducati bereits einen Werks-Piloten für die kommende Saison bestätigt.